Ich bin die Tochter einer narzisstischen Mutter

Meine Gastautorin heute widmet sich einem Tabu-Thema: Narzisstische Mütter. In ihrer Kindheit wurde sie oft bloßgestellt, schlimm gedemütigt, seelisch misshandelt. Bis sich eines Tages das Jugendamt einschaltete. J. wurde ein paar Jahre aus ihrem Zuhause genommen. Heute sagt sie: “Das hat mir das Leben gerettet!” Sie arbeitet als Bibliothekarin und lebt mit ihrer Familie, Kindern und Hund in Potsdam. Liebe J., ich danke dir für deine Offenheit und Aufklärung zu diesem Thema.

“Ich kann mich noch erinnern, als ich im Auto neben ihr saß und mich so schlecht dabei fühlte. Nicht schlecht aufgrund des Ausschlages an meinem Körper, sondern aus schlechtem Gewissen und der Tatsache wegen, dass sie mich zum Arzt fahren musste. An einem Sonntag! „Nur weil du die Krätze hast, muss ich mir den Stress antun.“ Sie war so wütend. Ich erinnere mich an die Heimwege, die ich gerne zu Fuß über das Feld ging, zu jeder Jahreszeit. Egal ob im Hellen oder Dunkeln. Zeit für mich. Und mir passiert ja eh nichts, denn Mama sagte „So hässlich wie Du bist, vergewaltigt Dich eh keiner.“ Das ich nicht hübsch aussehe, dafür sorgte sie jedes mal, wenn sie mir in ihrer Wut die Haare abschnitt. 

narzisstische mütter

Ich habe eine narzisstische Mutter

Heute bin ich selbst Mutter, vieles liegt es in der Vergangenheit. Jahre der Aufarbeitung folgten, viele Tränen der Angst, aber auch der Wut. Der Verzweiflung, aber auch der Hoffnung. Und der Gewissheit, dass man all dies hinter sich lassen kann, um eines Tages anderen Mut zu machen.

Denn es gibt so viele von ihnen da draußen. So viele Töchter einer narzisstischen Mutter. Doch was ist genau Narzissmus? Ich habe mich damit lange beschäftigt, weil ich irgendwie auch verstehen wollte, was da mit mir geschah – und was mit meiner Mutter.

Das Wort Narzisst leitet sich von einem Mythos aus der griechischen Antike ab. Der junge Narziss lehnt die Liebe einer Frau ab und wird dadurch mit unsäglicher Selbstliebe gestraft. Er verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild, welches er im Wasser reflektiert entdeckt. Da er das das Objekt seiner Liebe nicht erreichen kann, verwandelt er sich nach dem Tod in eine Narzisse. Heute definiert sich Narzissmus in verschiedenen Kategorien. Die meisten Menschen tragen Selbstliebe in sich, was auch gut und normal ist. Dann gibt es egoistischere Personen, die jeder kennen dürfte. Unangenehm, aber ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein zeichnet diese Personen aus. Ja, und dann gibt es da den malignen (krankhaften) Narzissmus. Diese Personen drehen sich nur um sich selbst und erwarten, dass es die Welt ihnen gleich tut.

In der Literatur werden Narzissten u.a. als emotionale Vampire beschrieben. Dies ich sehr treffend. Sie ziehen ihre Energie aus der Aufmerksamkeit anderer Personen und dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Ähnlich einer Sucht wie beim Alkohol, benötigen sie ständig neue Zufuhr. Wenn man diese verweigert, werden sie oft bösartig. „Stiehlt“ man ihnen die Aufmerksamkeit, muss diese hart erkämpft werden. Derjenige, welcher es wagt sie zu entblößen, wird kriegerisch bekämpft. Sie weiden sich geradezu am Leid des von ihnen ernannten Feindes. Einem solchem Menschen im Alltag zu begegnen und aus dem Weg zu gehen ist oft schon schwer, am Arbeitsplatz beispielsweise.

Aber als Kind hat man keine andere Wahl. Dazu kommt, das Narzissten gute Schauspieler sind. Das Selbstbild des perfekten Menschen muss nach außen aufrecht erhalten werden. Daher durchschauen Außenstehende diese Spiel oft sehr spät oder gar nicht, denn in der Familie scheint alles heil zu sein, geradezu perfekt. Jedes kleine Erwähnen seitens des Kindes wird nach außen als Phantastereien dargestellt. „Ach sie hatte schon immer eine rege Fantasie, neigt zum Träumen, schaut zu viel fern oder steht gerne im Mittelpunkt. Wir wissen langsam nicht mehr weiter.“

Typisch für diese Familien ist die Klassifizierung der Kinder

Während die Mutter auf das eine Kind alles Schlechte projiziert, ist das Geschwisterkind das gute Kind. Macht alles perfekt, nahezu fehlerfrei. In der Psychologie spricht man vom goldenen Kind und dem Sündenbock.

Das goldene Kind, welches auch nicht in der Lage ist all dies zu durchschauen, himmelt die Mutter oft geradezu an. Erzählt logischerweise gegensätzliche Erlebnisse und entwickelt sich ganz anders. Typisch ist auch, dass das goldene Kind von der Mutter funktionalisiert und in das Spiel eingebunden wird. Klassisch „Ich war das nicht, Mama, es war meine Schwester.“ Das andere Kind wird ungefragt bestraft, denn das goldene Kind hat immer recht.

Das Kind mit der Sündenbockrolle traut mit der Zeit nicht mehr seiner Wahrnehmung, wird immer unsicherer und zweifelt an sich als Mensch. Somit ist ein Kind in dieser Konstellation völlig isoliert. Dazu kommt, das solche Kinder in der Schule sehr unaufmerksam sind und teilweise auch Verhaltensauffällig. Ein gefährlicher Kreislauf, denn nun ist es auch in der Schule ein Außenseiter.

Meine schlimmsten Jahre

Bei mir ging das Jahre so. Irgendwann wurde meine Angst vor meiner Mutter zu groß und ich lief von zu Hause weg. Das Jugendamt schaltete sich ein und ich wurde für ein paar Jahre aus meinem Zuhause weggenommen. Das hat mir das Leben gerettet und das meine ich so, wie ich es schreibe. Bis heute nimmt mir dies meine Mutter übel. Aber auch nach so einem drastischen Eingriff von außen war sie nicht in der Lage zu erkennen, dass sie als Erwachsene Fehler gemacht hat. Sie bauschte Kleinigkeiten auf und versuchte nach außen, ein Bild des bösartigen Kindes darzustellen.

Eine Sache, die sie gerne verbreitet hat, war, ich hätte meine Geschwister misshandelt und wegen mir hätte das Jugendamt ihr diese auch fast noch abgenommen. Fakt war, sie lies mich im Grundschulalter des öfteren mit meinen jüngeren kleinen Geschwistern über Stunden alleine. Ich war überfordert und habe sie geschlagen, wenn sie nicht hören wollten.

Das Gute war, dass ich als junge Erwachsene eine Therapie gemacht habe. Noch bevor ich Mutter wurde, wollte ich all dies aufarbeiten, denn sie sagte mir immer, ein Mensch wie ich dürfe keine Kinder bekommen. Sie nahm selbst diese Situationen war, als wäre ich eine Erwachsene gewesen, der sie die Kinder anvertraut hat. Sicher eine Folge ihres Alkoholkonsums, denn erschwerend kam hinzu, dass meine Mutter Alkoholikerin war und oft nicht nüchtern. Sie konnte es gut verbergen, da sie „stilvoll“ trank … hochwertige Alkoholika und somit nicht mit der Schnapsflasche umherlief.

Auch dies wurde mir erst bewusst, als ich erwachsen war. Noch heute trinke ich selten Alkohol.

Aber ich kämpfte und wurde innerlich heil.

“Sie verfügen über eine gute Resilienz“, meinte damals mein Psychologe am Ende der Therapie. Resilienz ist die psychische Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Diese Aussage hat mir sehr geholfen.

Ich persönlich fand schon als Kind, dass man als Erwachsene selbst für sein Handeln verantwortlich ist und die Fehler nicht auf seine Kindheit schieben darf. Etwas, dass mich übrigens bei meiner Mutter immer störte. Sie gab für alle Probleme ihren Eltern die Schuld. Somit kämpfte ich jahrelang dagegen an und bin bis heute dabei, mein Handeln stets zu reflektieren. Mühselig, aber auch heilsam.

Als Mutter weiß ich auch, dass Kinder nicht die Verantwortung für solche Probleme in der Familie tragen. Ich würde niemals mein Kind auf Stunden mit den wesentlich kleineren Geschwister alleine lassen und danach behaupten, sie habe sie misshandelt. Ein Kind in diesem Alter ist einfach zu Recht überfordert und schlägt leichter zu, wenn die Geschwister etwas anstellen. Wofür ich im übrigen auch bestraft worden wäre und somit der Druck noch viel größer war. Ich musste ja aufpassen.

Mein Vater war mir leider auch keine Hilfe, denn er hatte keine eigene Meinung und schien nicht wirklich präsent zu sein. Auch typisch für narzisstische Beziehungen. Der Partner hat keine eigenen Interessen, kein eigenes Ich und fungiert wie ein verlängerter Arm. Dennoch kann ich ihm bis heute nicht wirklich böse sein. Er ist auf seine Art auch ein Opfer ihres narzisstischen Verhaltens.

Dennoch bleiben auch bei einer guten Verarbeitung Narben und Wunden zurück. Kinder mit einer solchen Vergangenheit tun sich im Erwachsenenalter leider auch oft schwer, achtsam mit sich selbst zu sein. Ein Problem, mit dem ich oft kämpfe. Ich fürchte meine Grenzen und ich habe Angst zu versagen. Mache ich Fehler, folgt die Angst der Ablehnung des anderen. Auch nehme ich mir schnell Dinge zu Herzen, reflektiere einmal zu viel und bin sehr selbstkritisch. Aber ich habe Glück und einen wunderbaren Mann und Freunde, die um all dies wissen. Darin finde ich Trost und Halt. Da ich mit meiner Mutter so gut wie keinen Kontakt mehr pflege, geht es uns als Familie gut. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in diesem Umfeld aufwachsen. Die Gefahr, dass sich dies wiederholt, ist mir zu groß.

Ich liebe es Mutter zu sein und meine Kinder strahlen zu sehen. Jeden Einzelnen in seiner Einzigartigkeit zu unterstützen. Zu lieben, so wie sie oder er gedacht sind und nicht wie ich oder ein anderer sie haben möchte. Vielleicht neige ich auch dazu meine Kinder zu sehr zu verwöhnen, aber mal ehrlich, es gibt Schlimmeres.

Es ist mir persönlich ein Anliegen, sowohl darauf aufmerksam zu machen, als auch Mut zu geben, dass jeder Mensch, sei die Kindheit noch so schwer, die Gewissheit haben kann, ein glückliches, heiles und erfülltes Erwachsenenleben zu führen.

Es ist nämlich möglich.

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37 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ist das traurig 🙁 Mir fehlen die Worte. Eins will ich aber noch dalassen: Es ist beeindruckend wie D. das für sich „gelöst hat“. 👍🏼

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    • Ich (16) habe eine Mutter, die alles gibt und evtl. Zu viel gibt. Das ich eine Lehrstelle bekomme.

      Zu Hause fragt sie ständig, ob ich etwas für sie tun würde. Dabei darf ich nicht Nein sagen oder zu lange warten. Sie rastet sonst aus.

      Sie hat einen Freund der etwas Egoistisch ist. Er gab mir die schuld. Das ich alles kaputt mach. Ich nie helfe und das Stimmt nicht. Er rastete aus. Er schrie, ich sollte besser um die Lehrstelle kümmern.

      Bevor er mich anschrie, schüpfte er mit seinen Füssen mich und warf leere Flaschen auf mich.
      Nach dieser Lektion weinte ich. Ich hatte Angst vor ihn. Heute vermeide ich den Kontakt zu ihn. Auch wenn ich mit ihn in der Wohnung leben. Bis 18.

      Ich darf nichts selbst entscheiden und, wenn dann macht das meine Mutter.

      Ich geniesse jede Sekunde bei der ich alleine bin. Ich halte zu Hause nicht mehr aus.

      Ich merke den Unterschied, wie sie zu mir ist, wenn ich krank bin oder nicht.

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  • einfach Stephie
    31. August 2018 21:56

    Der Artikel hat mich sehr berührt. Es ist eine sehr traurige Geschichte, die aber dennoch Hoffnung gibt. Die Autorin des Beitrags hat inzwischen eine eigene Familie gegründet und ist trotz allem ein glücklicher Mensch geworden. Wie wundervoll!! Das macht Frauen in ähnlicher Lage sicher Mut, sich ebenso psychologisch unterstützen zu lassen, um die Vergangenheit zu „bewältigen“. Danke für diesen Einblick in deine Lebensgeschichte, liebe D. – alles Gute für dich!!

    Antworten
  • Danke für den Text. Ich bin auch die Tochter einer narzisstischen Mutter. Wurde über viele Jahre verprügelt und seelisch ganz schlimm misshandelt. Ich erkenne mich total in dem Text. Auch ich habe es geschafft und mir ein glückliches Leben mit Mann und zwei tollen Töchtern erschaffen. Es war ein langer, schmerzhafter, Weg und es gibt Situationen wo mich alte Muster immer noch einholen. Aber ich kann sagen, ich habe es geschafft. Fühl dich umarmt.

    Antworten
  • Du schreibst mir von der Seele!!! Bei mir standen zudem noch schwere Misshandlungen im Alltag…
    Hoffe es geht dir gut!

    Antworten
  • Ich habe auch eine
    narzisstische Mutter
    Und ich wollte gerade anfangen zu schreiben was in der Beziehung falsch gelaufen ist und mir ist klar geworden dass der Text das Volumen der ganzen Seite sprengen würde,

    Also fasse ich das mal zusammen:

    Als Kind mit einer solchen Mutter aufzuwachsen ist die Hölle auf Erden Komma

    Die Person die du am meisten braucht und die du (zu Anfang)
    am meisten liebst,
    verrät dich/beutet dich aus
    und niemand versteht dich,
    du wehrst dich mit dem einzigen was dir bleibt (den blanken Fäusten) gegen die intriganten Worte der Person die du am meisten liebst und
    aus Hass gegen sie entsteht
    brennender Selbsthass,
    denn auch diese Taten nutzt sie und du hörst auf dir selbst zu trauen,
    du kannst nichteinmal
    deiner eigenen Mutter trauen!

    wie willst du da einem späteren Partner vertrauen?

    Ich bin 19 und kann das vielleicht noch ändern aber ich weiß das mir nichts mehr Angst macht als manipuliert
    zu werden.

    In einer Beziehung laufe ich davon,
    erfinde unterbewusst Gründe/
    gebe Dinge vor weil ich tief in mir immer noch Angst habe so etwas je wieder zu erleben..

    Ich hoffe auch später einmal Leuten (gleich welchen Geschlechts)
    helfen zu können aber ich weiß mir im Moment nicht einmal selbst zu helfen,
    wenigstens habe ich jetzt schonmal die Erkenntnis darüber.

    LG♡

    Antworten
  • Hallo
    Ich bin auch Tochter einer narzisstischen Mutter.
    Richtig Bewusst wurde mir das aber erst letztes Jahr. Zufällig einen Beitrag drüber gelesen und dann kam quasi zu mehreren Flashbacks. Ich hab alles von damals ziemlich gut verdrängt.
    Es macht Mut zu lesen das man alles so gut aufarbeiten kann.

    Narzisstische Eltern ist leider ein Thema worüber viel zu wenig Bescheid wissen, wie ich finde.
    Kinder vertrauen ihren Eltern von Anfang an blind… Grad der Mama sollte man doch am meisten vertrauen können…Für viele der wichtigste mensch im Leben. Manchmal schwer zu begreifen.

    Ich wünsche weiterhin alles alles gute für dich 🙂 danke für den Mut es genauso anzugehen.

    Antworten
  • Das ist sehr traurig Sündenbock zu sein. Ich habe leider dieser Erfahrung. Ich erinnere mich noch an ihre Wörter. Ich mag dich nicht, du bist nicht nützlich. Und hat mich gezwungen um alle Geschwister zu kümmern. Mit 12 Jahre alt hat sie gesagt dass ich weg gehen soll , in Rio de Janeiro wäre mein besser Platz. Da sind die prostituierte. Aber wirklich ,ich wusste nicht was sie damit meinte. Ich bin noch jungentlich weg gegangen. Ich habe sehr gelliten. Da müsste ich alles alein schaffe. Heute habe ich noch Depression, aber schön dass ich schon weiß dass ich nicht alein bin. So dachte ich früher .

    Antworten
  • Danke liebe Leonie für den tollen Artikel!

    Liebe J., fühl Dich ganz doll gedrückt! Toll wie Du Dich selbstreflektieren kannst, da kannst Du sehr stolz drauf sein.

    Ich war mit einem Narzisten verheiratet und er macht mir das Leben immer noch schwer. Meine grosse Angst ist, dass er auf meinen wundervollen empathischen Sohn abfärbt. Ich suche überall Hilfe um für uns Zwei einen schönen Weg zu finden. Nicht immer leicht, aber es lohnt sich so sehr, sich von solchen Menschen loszusagen.

    Es hat mir so gut, Deine Geschichte zu lesen, ich hab das Gefühl, ich bin nicht allein.

    Danke Dir für Deinen Mut, Deine Geschichte zu erzählen.

    Liebe Grüße
    Grit

    Antworten
  • Andrea Michel-Dieterle
    3. Mai 2019 12:41

    Die Schilderung der Autorin ist für mich aus eigenem Erleben vollkommen zutreffend. Bei uns war mein Bruder das Goldkind und ist es bis heute. Als Tochter hatte ich nur die eine Daseinsberechtigung, ihre Wutausbrüche und Ungerechtigkeiten zu ertragen. Folgerichtig habe ich dann Jura studiert. Als -später- Familienanwältin kam ich zu der Überzeugung, dass auch mir nur das Jugendamt oder ein Familiengericht hätte helfen können, denn mein Vater war abgesehen von ein paar wenigen Episoden keine Hilfe gegen diese Willkür und Bosheit. Er flüchtete sich in zumindest eine (von der ich weiß!) außereheliche Beziehung, die er neben seiner Ehe bis zu seinem zu frühen Krebstod im Jahr 1994 über 30 Jahre aufrecht erhielt. Als Jahrgang 1957 war aber die Hoffnung auf JA oder Familiengericht natürlich nicht realistisch. Meine Rettung war zum einen die liebevolle Großmutter, die ich wenigstens hatte, bis ich 15 Jahre alt war und später mein Therapeut, denn das ist meine Erfahrung, ohne eigene Therapie kann man diesen malignen Narzissten nicht entrinnen. Denn, obwohl sie einem ja nun objektiv keinerlei Grund geben, sich um sie zu sorgen, pflanzen sie einem so tief ein, dass man für deren Wohlbefinden zu sorgen hat, dass man diese Widersprüchlichkeit nur im Rahme einer Therapie (mit Rückfalloption, leider!) bearbeiten kann.
    Nun ist sie über 90 Jahre alt und schäumt und tobt wie eh und je.
    Sie spaltet die Familie bis in die Enkel-, ja bis in die Urenkelgeneration. Es macht ihr eine große Freude, mich bei meinen eigenen Kindern, insbesondere bei den Söhnen, schlecht zu machen und ihnen einzureden, welch schlechte Mutter ich für sie war. Ich könnte hier jetzt in mehr Details gehen, aber das würde den Rahmen eines Kommentars sicher sprengen.
    Vor kurzem habe ich angefangen, meine Erlebnisse – vielleicht wird es ein Buch – aufzuschreiben. Wenn ich die Kraft dazu habe, schreibe ich immer ein Stück weiter. Mittlerweile arbeite ich nicht mehr als Anwältin, nicht einmal mehr als Juristin. Am Ende des Tages kann ich nur sagen, dass das analytische objektiv ausgerichtete Denken der juristischen Welt mir im Rahmen einer Distanzgewinnung etwas hilfreich war. Eine Heilung darf man sich nicht erhoffen. Ich fände es schön, wenn das Augenmerk im Netz zunehmend mehr auf die Befindlichkeiten der “Opfer” derartiger bösartiger Narzissten gerichtet würde, denn diese brauchen neben ihrer hoffentlich vorhandenen eigenen Resilienz auch genau die Gewissheit, dass sie selbst keine falschen Emotionen haben.
    Nur am Rande: meines Erachtens leidet auch das sogenannte Goldkind, denn es wird emotional genauso missbraucht, wie der Sündenbock. Mein Bruder ist bis heute (58 Jahre alt) noch immer weitgehend unreflektiert zu unserer Situation mit unserer eigenen “Königin der Nacht”. Vor Kurzem hat sie angefangen, ihn auch wie einen Sündenbock zu behandeln; das lag möglicherweise daran, dass ich den Kontakt zu ihr beendet habe. Sie hat auch neue Goldkinder “erfunden”, ihre 3 Enkelsöhne. Meine Tochter behandelt sie grundlos wie mich – als Sündenbock. Meine Tochter hat den Kontakt zu ihr auch schon vor Jahren beendet. Aus meiner Sicht ist es das Beste, man gesteht sich ein, wie alles tatsächlich ist, wie es weh tut und weh tat und vor allem, dass man es nicht ändern kann.
    Solange man glaubt, selbst etwas ändern zu können, steckt man wieder im alten Teufelskreis.
    Bei einer 90 Jährigen löst sich das tatsächliche Problem auch irgendwann durch Zeitablauf. Das ist jetzt juristisch formuliert.
    Die Sehnsucht nach einer liebevollen, wohlmeinenden und empathischen Mutter muss man indes meiner Meinung nach aufgeben.

    Antworten
    • Liebe Andrea ,
      auch ich litt und leide unter einer narzisstischen Mutter.
      Durch den Tod meines Vaters vor 11 Monaten ( der letztendlich immer nur wegsah) ist so vieles wieder aufgebrochen. Meine Mutter ist jetzt 81, Anfang Demenz , bösartig wie eh und jeh. Seit 7 Wochen habe ich Kontaktbbruch. Gut geht es mir damit nicht, aber besser. Mein Bruder, das Goldkind, versteht nicht wie es mir geht, hat ja auch eine andere Geschichte mit ihr.
      Ich versuche mit Therapie das ganze unter die Füße zu bekommen, aber die Verletzungen sind so tief….
      Wenn das möglich ist und du magst, würde ich so gerne per Mail mit Dir Austausch haben?!
      Liebe Grüße

      Antworten
      • Liebe Ute, Dein Kommentar ist zwar jetzt schon eine Weile her aber durch den Tod meines Vaters (78) und die nun wieder entstehende Präsenz meiner Mutter, bricht vieles auf, daß ich bereits abgeschlossen hatte. Es geht mir daher genauso wie Dir. Daher antworte ich hier einfach mal, vielleicht geht es mir danach etwas besser.
        Nach einem Gespräch mit ihr benötige ich (54 Jahre) ca. komplette 2 Wochen, um mich davon zu erholen. Ich habe erst in den letzten Jahren und durch diverse Beiträge festgestellt, was eigentlich mit ihr und mit mir los ist. Die Verletzungen sowohl körperlich und vor allem emotional, sind echt hart. Ich kann Dir nur den Tipp geben, Dich komplett von ihr fernzuhalten und den Kontakt abzubrehen. Du hast absolut keinen Grund Mitleid zu empfinden und Dich um sie zu kümmern. Obwohl sie natürlich versucht, Dir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich sehe es genauso wie Andrea Michel-Dieterle, die Zeit läuft irgendwann ab und Du wirst Deine eigene Stärke wieder gewinnen. Ich bin echt froh, daß ich diesen Blogbeitrag gefunden habe. Das macht es einfacher, zu wissen, daß es doch vielen Menschen ähnlich geht. Ich freue mich herzlich über einen Kommentar von Dir.

        Antworten
    • Liebe Andrea,
      schon länger suche ich (56) eine etwa gleichaltrige Betroffene, die eine ähnliche Geschichte mit sich trägt. Ich war der Sündenbock, die Hass-Projektionsfläche für meine Mutter (lieblos, gehässig, entwertend, demütigend, , unempathisch, manipulativ, zwischen die Familienmitglieder Keile treibend, verlogen, schuldzuweisend,….), mein Bruder das Goldkind – bis zu seinem Konkurs, den die Mutter finanzierte, die jüngste Schwester das zweite Goldkind und die mittlere Schwester des Lieblingskind des coabhängigen, in seiner Schwäche Mutters Machenschaften duldenden und teilweise mitausführenden Vaters. Über 40 Jahre geschriebene Tagebücher haben wahrscheinlich zu meiner Resilienz beigetragen und lassen mich gleichzeitig wundern, dass ich erst jetzt den Schritt des Kontaktabbruches schaffe. Seit dem Tod des Vaters hat sich die Gehässigkeit der Mutter gegen mich potenziert (wahrscheinlich, weil ihr der Ehemann als Projektionsfläche fehlt). Ich ertrage es nicht mehr, Panikattacken und eine psychische Leere, die mir die Lebenskraft und -freude rauben. Ich habe zwar die physische Distanz geschafft, jedoch geistig spukt die Mutter Tag und Nacht in meinem Hirn herum.
      Seit mir die Dynamiken der narzisstischen Persönlichkeitsstörung bewusst sind, schwirrt mir der Gedanke im Kopf herum ein Buch zu schreiben, auch um dem Thema Narzisstische Mutter öffentlich mehr Präsenz zu geben.
      Ich würde mich gerne mit dir privat austauschen und über eine Zuschrift deinerseits sehr freuen.
      Liebe Grüße

      Antworten
  • Ich stehe noch am Anfang der Aufarbeitung. Der Text trifft zu, tut wieder weh.
    Meine Tochter, gerade 4, ist das Lieblingsenkel – darunter leidet meine Schwester, die damals das “Goldkind” war. Meine Schwester und ich versuchen, darüber zu stehen. Sie sieht es jetzt, wo diese Situation eingetreten ist, dass unsere Kindheit nur für sie schön war. Denn ihre Kinder sind jetzt Opfer.
    Schwanger mit dem zweiten Kind, dreht sich das Blatt wieder. “lass dich sterilisieren!” “ich will nichts von deiner Schwangerschaft wissen.” “stell dich nicht so an, du bist nicht krank!” (ich leide unter der Hitze mit Wassereinlagerungen und Krämpfen, bzw auch Einschlafen der Gliedmaßen und fahre daher nicht mehr Auto) in 6 Wochen ist ET.

    In mir arbeitet es. Ich habe unglaublich Angst, dass ich genauso werde wie sie und eins meiner Kinder nachher nicht so lieben kann, wie sie es zweifellos verdient haben.

    Ich reduziere gerade den Kontakt, was mir sehr weh tut, auch, weil ich mit meinem Papa dann weniger Kontakt habe. Und er steht unter ihrer Kontrolle.

    Antworten
  • Auch ich hatte eine narzisstische Mutter und war der Sündenbock der Familie. Sie entblößte mich vor meiner Verwandtschaft und ihren Freunden. Benutzte extrem religiöse Erziehungsmasnahmen unter anderen körperliche und verbale Gewalt. In der Schule wurde ich von Lehrern und Mitschülern ausgegrenzt. Ich bin jetzt schon älter und lebe getrennt und habe noch immer Schwierigkeiten Freundschaften aufzuerhalten. Mein nazzistischer Ehemann benutzt meine extremen Unsicherheiten um mich noch mehr auszugrenzen. Dies hat er teilweise auch geschafft.

    Antworten
  • Danke fürs Mut machen! Ich bin auch betroffen. Neben der emotionalen Misshandlung gab es auch sexuellen Missbrauch, von dem meine narzisstische Mutter wusste, ihn zuliess und sogar unterstützte. Ich hatte schon in jungen Jahren einen grossen Rucksack zu tragen und trage ihn noch heute, denn erst vor Kurzem konnte ich diese Erinnerungen, die lange verdrängt worden waren, zulassen und muss sie nun aufarbeiten. Ich wünsche mir für meine eigenen Kinder eine behütete und geborgene Kindheit und das setzt voraus, dass ich mit meiner Vergangenheit im Reinen bin.

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  • Im obigen Text erkenne ich mich komplett wieder! Und es tut sooo gut damit nicht allein zu stehen! Ich werde 60 und hab all die Jahre bisher null kapiert, was mir da ständig widerfährt? Es fühlte sich so vieles falsch und widernatürlich für mich an – aber ich konnte es einfach nicht benennen…? Selbst in der Gesprächstherapie hörte ich, dass meine Mutter doch gar nichts Böses will! Ist das nicht unfassbar?
    Auch was über den ater gesagt wurde er trägt all diesen Irrsin als erlängerter Arm mit kann ich oll und ganz unterschreiben.
    Nur weil ich einen ganz ganz lieben Opa hatte, ist wohl aus mir noch ein “normaler” Mensch geworden.

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  • Der Beitrag hat mich sehr beeindruckt und auch ich habe Erfahrungen mit einer krankhaften narzisstischen Schwiegermutter, es ist die Hölle gefühlskalte Lieblosigkeit ich bin Mama von zwei wundervollen Kindern und mein Mann steht zwischen den Stühlen und ich habe den Kontakt zu meinen Kindern unterbunden weil ich nicht möchte das meine Kinder für Ihre Zwecke missbraucht werden sie waren auch nicht da als ich Hife und Unterstützung gebrauchte hätte ich musste mich mit Unwahrheiten Demütigen vor meinen Kindern und mit Flying Monkey rumschlagen ich bin auf dem Weg der Heilung durch eine Therapie und viel Kraft in mir selbst ich wünsche allen die Kraft und die Wunden werden irgendwann zu Naben!

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  • Danke für diesen Beitrag! Ich bin derzeit dabei, zu verstehen, dass es sich bei meiner Mutter um eine narzisstische Persönlichkeit handeln könnte. Ein schmerzhafter Prozess. Ich bin vor einigen Monaten selbst Mutter geworden und habe nun Angst, unbewusst Muster zu übernehmen. Dagegen möchte ich ankämpfen. Was mich wundert: Ich habe eigentlich das Gefühl, eine schöne Kindheit gehabt zu haben; wenn ich jetzt aber versuche, mich an Episoden meiner Kindheit zu erinnern, gelingt mir dieses nicht oder immer nur in kleinen Ausschnitten. Es ist hilfreich zu lesen, dass Wunden überwunden werden können, wenn man sich selbst im Blick hat und behält.

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  • Klaus-Rüdiger Gorges
    12. Mai 2020 12:31

    Tja, auch ich gehöre zu den seelisch Gepeinigten. Ich bin Sohn einer narzisstischen Mutter, zusätzlich auch noch mit einer sichtbaren körperlichen Behinderung auf die Welt gekommen. Wegen dieses Umstandes bekomme ich eine kleine Erwerbsminderungsrente. Dennoch habe ich es geschafft, mir eine überaus glückliche Beziehung aufzubauen mit einer Frau, die ich so doll liebe, dass mir oft die Tränen kommen vor Glück. Wir haben zwar keine Kinder, aber dennoch: Meine Frau gebe ich nie mehr wieder her.
    Mein Elternhaus war sprichwörtlich die Hölle, der ich aber entkommen bin. Habe nie Liebe erfahren, wurde immer gedemütigt und wurde ständig für alles zur Rechenschaft gezogen, d.h. ich war immer der Sündenbock.

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  • Auch ich fühle mich bei dem Artikel angeprochen. Bei mir kam noch dazu, dass meine Mutter laufend neue Sexpartner hatte und mein Vater dabei zugesehen hat.. er tut es immer noch. Als ich ca. 10 Jahre alt war, stellte ich fest, dass meine Mutter nicht nur in Urlaub gern mal einen über den Durst getrunken hat, sondern ab 21 Uhr täglich besoffen war. So sehr besoffen, dass sie sich an unsere Gespräche nicht mehr erinnern konnte. Ich sehe eher meine Oma als meine Mutter an. Die ersten drei Jahre bin ich bei Oma aufgewachsen. Ich kam Ende November zur Welt und am 14.12 wurde ich für zwei Monate bei Oma untergebracht.. ohne einen Besuch meiner Eltern. Meine Mutter wusste nichts von der Schwangerschaft und wollte mich zur Adoption freigeben. Als meine Mutter vor 4 Jahren wegen einer Krebs OP auf der Intensivstation lag, bat sie mich allen ernstes zu meinem Vater zu geheb, der weinend vor der Tür wartete und ihm zu sagen, dass sie ihn nicht sehen möchte, aber ihren Liebhaber schon. Für diese Situation hasse ich sie immer noch. Ich verstehe auch meinen Vater nicht.. dass er ihr immer noch beisteht.. bei ihr bleibt!? Sie hat ihn nicht verdient. Sie zerstört einen wunderbaren Menschen mit ihrem Gift! Ich habe dieses Thema bereits zweimal bei ziemlich gefühlvollen Familienaufstellungen bearabeiten lassen. Es kam raus, dass sie mich auch heute ( ich bin nun 30 Jahre alt) noch nicht lieben kann und es nie getan hat und es auch nie wird.. sie kann einfach nicht. Ich selbst, habe Angst von meinem Partner verlassen zu werden. Möchte am liebsten eine Heirat um eibe Sicherheit zu haben.

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  • Ich fühle mich genauso angesprochen, weil meine Tochter eine narzisstischer Mutter hat.
    Ich habe es dieses Jahr geschafft mich aus dem Bann meiner Ex Freundin zu reißen und fortzugehen. Ein sehr heftiges Trauerspiel, mir wird vorgeworfen ich sei aggressiv und könne nichts, sie hat es fast geschafft mich so zu manipulieren das ich dachte ich sei krank.
    Meine Eltern haben mich mit offenen Armen aufgefangen als sie bemerkten das ich mich verändere. Sie hatten so sehr Angst das sie mich zu einer Psychologin schickten. Als ich dort war habe ich all das was ich mit meiner damaligen Partnerin erlebt habe erzählt. Am Ende des Gespräches meinte die Psychologen:„ Herr K** Eigentlich müsste ihre damalige Freundin hier sitzen und nicht Sie! Da war mir bewusst, dass ich nicht krank sei. Jetzt versucht sie mir die Bindung zu meiner Tochter zu erschweren indem sie mich zum Familiengericht zerren möchte obwohl wir abgemacht hatten es übers Jugendamt zu tun. Vergeblich wieder eine Falle gewesen. Ich denk andauernd darüber nach ob ich alles fallen lassen soll und einfach losziehen soll in die weite Welt und alles hinter mir lasse um ein neues Leben anzufangen und in dem Augenblick kommt mir meine kleine süße Tochter in die Gedanken. Ich kann Sie nicht alleine lassen, ich muss um Sie kämpfen. Wie perfide muss man eigentlich sein um so etwas krankhaftes zu tun. Es gibt genug leid auf dieser Welt, meine damalige Freundin schreibt mir andauernd:„ Es wird Krieg geben!“
    Welch ein perfider Gedanke. Welche Mensch mit einem gesunden Verstand, möchte Krieg?
    Ich glaube diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten.
    Das Jugendamt schaut einfach nur zu und niemand hört und niemand möchte sehen was dort geschieht mit dem Kind.
    Es sind so schlimme Sachen passiert das man dass nicht mal glauben kann.
    Ich hoffe für alle die hier das gleiche Schicksal ertragen oder ertragen haben, wünsche ich nur das beste!
    Eins ist sicher, wir ALLE werden dadurch nur noch stärker mit der Zeit.

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  • Auch ich habe so eine herrische Mutter.Mein Leben lang an mir geschimpft,vorgehalten und niedergemacht. Nur mit meinem Bruder (4Jahre jünger),da hatte sie es nicht gemacht …Nicht schön…Die anderen können alles besser usw…Ich bin niedergeschlagen …

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  • Hallo,
    vorab möchte ich anmerken, dass ich es bemerkenswert finde von allen die sich trauen, hier ihre Geschichte zu schreiben. Ich ziehe den Hut vor euch. Noch mehr aber davor, dass Menschen solche Erfahrungen machen müssen. Das gibt mir Mut, auch meine Erfahrungen zu teilen.

    Ich bin 22 Jahre alt und habe ähnliche Geschichten mit meiner Mutter erlebt. Ich bin stark davon überzeugt, dass sie ein Narzisst ist. Ich habe einen Bruder, der älter ist als ich. Er war früher ein großer Halt für mich und hat mich davor gerettet, mein Leben zu beenden. In meiner Geschichte war er das “Goldkind” und ich der “Sündenbock”. Wobei auch das von Situation zu Situation schwankte. Die Launen meiner Mutter sind unvorhersehbar und willkürlich.

    Ich habe mich als Kind schon immer anders gefühlt. Dachte, etwas stimmt nicht mit mir, weil ich meiner Mutter nie etwas recht machen konnte. Sie hat mich beschimpft, beleidigt, vor anderen schlecht gemacht und egal, was ich getan habe, es war nie gut genug. Es war ein schmerzliches Gefühl, dass Freundinnen, die zu Besuch waren, mehr Liebe und Aufmerksamkeit bekommen haben, als ich.
    In Freunden habe ich immer die Familie gesehen, die ich nie hatte.

    Mir wurde gesagt, dass ich in meinem Leben nichts erreichen werde. Das ich hässlich bin und ein schlechter Mensch. Ich bin dick und würde so nie Freunde finden. Freunde, die ich ihr vorgestellt habe, wurden damit begrüßt, dass sie (meine Mutter) viel schöner und schlanker ist als ich. Sie hat mich sabotiert, manipuliert und ist dafür verantwortlich, dass ich heute noch Zweifel habe.
    Sie sagte, sie hätte mich “als Kind verrecken lassen sollen”, hat meine Beinahe-Krebsdiagnose ausgenutzt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, wobei keiner nach meinem Befinden fragte. Unsere Kindheit waren mein Bruder und ich größtenteils auf uns alleine gestellt und haben sehr zeitig gelernt, selbstständig zu sein. Wir sind beide mit 18 ausgezogen, wobei er 6 Jahre Vorsprung zu mir hatte. Das waren wohl die schlimmsten Jahre meines Lebens. Ich wollte ausziehen, konnte aber nicht. Sie hat die Türen Zuhause abgesperrt, dass ich weder an Nahrungsmittel kommen konnte, noch in irgendeiner Form dort leben konnte. Ich war der tägliche Blitzableiter für ihre Launen. Sie hat vor ihren Freunden über mich erzählt und gelacht, als wäre ich gar nicht da. “Sie hätte lieber ein behindertes Kind gehabt, als mich.”
    Zu einem Jugendamt wollte ich nie, denn “ich hatte es Zuhause doch gar nicht schlecht.” Eine Familienhilfe kam für sie nie in Frage, da sie sich die Blöße nach außen nicht antun kann.

    Es sind so viele schlimme Dinge passiert, die ich so kurz gar nicht beschreiben kann.
    Ich habe vor kurzem endgültig den Kontakt abgebrochen und möchte jedem Mut machen, der ähnliches durchleben musste. Ich kann euch verstehen. Ich habe mich von dem Gedanken gelöst, dass ich meine Mutter lieb habe. Ich habe mich blenden lassen von den Gedanken, dass ich Schuld bin und dafür verantwortlich, nie Liebe gespürt zu haben.

    Es ändert nichts, den psychischen Hintergrund zu kennen, aber es hilft mir zu verstehen und damit umzugehen. Ich wünsche jedem hier, dass er zufrieden und glücklich in seinem Leben sein kann.
    Ich hoffe, es tut irgendwann weniger weh.

    Liebe Grüße.

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  • Hallo zusammen,

    auch ich habe mich zum größtenteils in den erzählten Erlebnissen wiedergefunden. Es ist erschreckend, wie vielen es doch in deren Kindheit gleich ergangen ist. Ich bin es einfach auch nur leid dagegen etwas unternehmen zu wollen, ich habe das Gefühl, obwohl ich mir immer wieder sage, ich versuche mich von Ihrem Verhalten zu distanzieren, dass man doch noch immer hofft oder abhängig von Ihrer Bewunderung oder Ihrer Liebe ist.
    Meine Großmutter sagte immer zu mir, ich soll diplomatisch sein, dass meine Mutter eben so ist durch Ihre schwierige Kindheit.
    Und ich habe wirklich versucht Verständnis dafür zu haben. Ich glaube Ihr ja auch, dass es schwer war. Ihre Mutter (meine Oma) ist wirklich ein schrecklicher Mensch und ich gebe Ihr viel Schuld an dem Verhalten meiner Mutter.
    Das erschreckende ist, dass es fast genauso so in unserer Beziehung ist wie in Ihrer mit Ihrer Mutter und Sie leidet auch darunter. Aber es ist wie ein Kreislauf. Sie macht alles genauso falsch wie meine Oma.
    Dieses ewige klein halten, dieses einem auch nicht das kleinste zu gönnen( man könnte ja auch wenn man wollte/ Ich hatte das Geld in deinem Alter nicht). Das sich alles um Sie drehen muss das man alles macht um Ihr eins auszuwischen, dabei geht es doch meistens um das eigene Leben.
    Wenn mein Opa mir damals gesagt hat (und das macht man ja mit seinen Enkelinnen) ich sei aber nett u. hübsch geworden, oder irgend ein anderes Kompliment, dann war Ihre Reaktion darauf: Und was bin ich? Dieser Konkurrenzkampf, alleine das ewige Thema Gewicht.
    Auf Geburtstagen, da will Sie mir eins auswischen, indem Sie nichts isst. Geht Sie nach meinem Bruder wird alles soo gelobt und Sie ist dann immer so aufgedreht. Den Unterschied zu meinem Bruder und mir, hatte Sie mal so begründet: Du warst immer so Selbstständig aber dein Bruder, um den musste ich mich kümmern.
    Dabei hat Sie sich nie die Mühe gemacht morgens aufzustehen. Sie war immer gestresst. Hatte ich Streit mit jmd, da hörte Sie mir erst zu. dann war da etwas, was Sie gestresst hatte und es hieß: Kein Wunder das die dich nicht leiden können, ich kann es gerade auch nicht.

    Am meisten aber stört mich, auch wenn ich nach Hause gehe. Das alles eine Macht auf mein Verhalten im Alltag hat. Diese Unsicherheit den Ansprüchen nicht zu genügen, dass alle einen mögen sollen aber ja keine Aufmerksamkeit erregen.

    Vielleicht sollte man sich Hilfe suchen, um endlich einmal wieder eine Beklemmungen durchzuatmen.

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  • Ich bin mittlerweile fast 60 Jahre alt, dennoch beeinträchtigt meine narzisstische Mutter immer noch mein Leben, alleine dadurch, dass ich immer wieder über die Vergangenheit nachgrüble. Ich habe es in den letzten Jahren geschafft, unseren Kontakt auf ein bis zweimal im Jahr zu reduzieren, auch eine längere Therapie hat mich darin unterstützt. Nebenbei, eine Therapie kann ich jedem/jeder Betroffenen nur sehr ans Herz legen – man braucht einfach mal ein Gegenüber, der einem spiegelt, dass die eigene Wahrnehmung richtig ist und war!
    Aktuell habe ich gemerkt, dass ich immer noch nicht damit abgeschlossen habe, von meiner Mutter eine positive Reaktion zu erwarten. Mein letzter Besuch vor zwei Wochen war als nette Zusammenkunft im Pflegeheim gedacht. Meine Mutter sorgte dafür, dass ich dabei nur schlechte Gefühle hatte, meine guten Absichten wurden komplett torpediert und ich musste mir die ganze Zeit anhören, wie schlecht es ihr im Heim geht und wie gemein, unfähig und dumm alle Menschen um sie herum sind. Nun sitze ich heute noch da und zergrübele mir wieder das Gehirn, warum ich mir überhaupt diese Mühe gemacht habe. Da ich weiss, dass es mir mit einem kompletten Rückzug am besten geht, werde ich den Kontakt nun komplett abbrechen. Meine Mutter legt sowieso keinen Wert darauf. Ich kann nur jedem Betroffenen raten, dies ebenso zu tun. Diese Menschen sind schlimmer als Blutegel, sie saugen dir deine Lebensenergie aus dem Körper.

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  • Hallo !
    Nun bin ich 40 Jahre alt und lese fast zum ersten mal was einen Narzist ausmacht.
    Ich war bei vielen Psychologinnen in Behandlung und es ging haupsätzlich darum dass meine Mutter mich nicht mag und darauf auch keine Hoffnung besteht, ausser meiner eigenen Hoffnung.
    Keine Psychologin hat von einer narzistischen Störung meiner Mutter geredet, was allerdings auf alle Fälle zutrifft.
    Ich hab das typische Helfersyndrom um eben rauszufinden dass es nicht stimmt was meine Mutter denkt.
    Dicke Leute sind nix, Leute die in Miete wohnen sind nix, Opelfahrer(oder Fiat oder…) sind nix, Raucher sind nix usw…. lange Liste!
    Von mir gibts fast keine Fotos, weil ich mich nicht mag! Jedes mal wenn sie mich sieht, sagt sie nicht wie es Mütter normalerweise tun, schön dich zu sehen, sonder sagt,…..du hast zugenommen. Früher war noch der Satz –du hast Pickel– auch dabei… die sind weg. Der Satz geht nicht mehr!
    Ich finds sehr schwer den Konakt abzubrechen, weil ich denke meine Tochter kann ich die Oma nicht vorenthalten, aber wenig Konakt haben ist schon mal gut. Dabei habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich hab auch eine lange Liste entwickelt mich schlecht zu fühlen.
    Meine jüngere Schwester ist perfekt und meine nächstjüngere Schwester kann noch weniger gut mit meiner Mutter.
    Ich habe für sie auch die Mutterrolle übernommen.
    Wobei die Psychologinnen sich aber immer einig sind, wenn ich in eine Krise falle und denke ich zieh in die Nähe meiner Eltern (mein Vater ist ebenfalls sehr schwierig, oder besser gesagt sehr eingenommen von meiner Mutter) schreien sie immer laut auf —-Nein— niemals!
    Wobei meine Mutter immer sagt ich solle zu ihr ziehen weil es ihr so zu langeweilig ist, sie sich einsam fühlt…… und ich wöchentlich die Schubladenkontolle bekomme!
    Und wohmöglich noch mit einem Junggesellen aus dem Dorf verkuppelt werden sollte…. dass aus mir noch mal was wird!
    Vielen Dank für die Seite! Und dass ich hier was über mein Leben lerne!

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  • Hallo, liebe Leidensgenossen, ihr habt alles Zutreffende geschrieben und ich kann mich nur anschließen. Jedes Wort kann ich verstehen und mitfühlen, was viele der psychisch Gesunden nicht einmal hören wollen! Ich bin 57 und traf gestern zufällig meine Mutter beim Einkaufen. Das ganze Gejammere und Vorwürfe etc. wieder von A bis Z. Zunächst zwei Stunden lang im Laden und danach auf der Straße noch der Rest. Ich war danach wieder völlig erschöpft. Ausführlich möchte ich nicht werden an dieser Stelle. Ihr kennt das ja auch alles und ich wäre danach wieder am Boden. Fühlt euch umarmt und ich wünsche uns allen viel Kraft, den Rest des Lebens bestmöglich noch zu bestehen. Wir sind es wert! Liebe Grüße.

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  • Hallo,
    ich bin zufällig auf das Thema Narzissmus gestoßen. Ich wusste was es bedeutet aber damit auseinandergesetzt hatte ich mich noch nie so richtig. Dann hab ich angefangen mich mal so richtig darüber zu informieren und mir ist durch das ganze Recherchieren bewusst geworden, dass ich in meiner Kindheit Opfer von einem Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung geworden bin. Ich weiß schon lange, dass damals Vieles falsch lief, jedoch konnte ich es nie so richtig benennen. Nun ist mir so alles klar geworden und ich bin zutiefst schockiert darüber.
    Ich bin 20 Jahre alt. Ich bin mit meiner Mutter und meiner viel älteren Schwester aufgewachsen (sie ist genau 20 Jahre älter als ich). Mit meinem Vater hatte ich nie Kontakt. Die narzisstische Rolle in meiner Kindheit hat meine große Schwester aufgenommen. Damals sah ich sie wie eine zweite Mutter und wollte ihr in allen Hinsichten gefallen und ihr alles Recht machen. Sie hatte sehr starke Minderwertigkeitskomplexe. Mama war immer arbeiten und ich war immer alleine mit meiner Schwester zuhause. Ich wurde meine ganze Kindheit über von ihr geprügelt und fertig gemacht. Sie hat mir immer gesagt ohne mich wäre ihr Leben schöner. Sie hat mich auf dem Boden schlafen lassen als Strafe oder mich mit anderen Kindern verglichen und mich gefragt warum ich nicht so toll sein konnte wie sie. Trotzdem hat sie vor anderen immer mit meinen schulischen Erfolgen geprahlt und mich mit teuren Klamotten eingekleidet. Meine Mutter hat vieles davon nicht mitbekommen und als Kind hab ich nie davon erzählt, weil ich eine lange Zeit dachte, dass es normal und richtig so sei. Meine Mutter konnte aber generell nicht viel gegen meine Schwester machen, da sie auch meine Mutter fest im Griff hatte.
    Irgendwann hat meine Schwester geheiratet und ich war überglücklich darüber. Sie wollte trotzdem Immernocj über alles in meinem Leben bestimmen und mir das Leben zur Hölle machen, obwohl man meinen konnte sie hatte doch endlich ihr eigenes Leben. Als Kind (ungefähr mit 6 Jahren) war ich auffällig aggressiv bis ich ungefähr 11 Jahre alt war. Irgendwann hatte ich eine Einsicht darüber, dass das was mir passiert ist nicht „normal“ ist und ich versuchen kann und muss das Beste draus zu machen. Ich habe mich mit 15 Jahren entschlossen eine Therapie anzufangen und mir gesagt, dass ich mich entwickeln möchte und das Beste aus mir rausholen will. Mit 17 ungefähr habe ich die Therapie jedoch abgebrochen, da ich dachte ich brauche diese nicht mehr. Bis heute bereue ich es ein bisschen, weil ich merke, dass ich in vielen Situationen immernoch Probleme damit habe damit fertig zu werden. Ich habe mich schon sehr gut entwickelt.
    Ich bin selbstbewusst, weiß worin ich gut bin und versuche jedem Menschen mit einer tiefen Empathie zu begegnen. Von meinen Aggressionen ist nichts mehr da. Ich bin mittlerweile ein sehr ruhiger Mensch.
    Ich hab trotzdem immernoch Probleme damit anderen Menschen „Nein“ zu sagen und fühle mich schlecht wenn ich meinen Bedürfnissen nachgehe. Ich neige zu einem sehr starken Perfektionismus und Ehrgeiz.
    An manchen Tagen holen mich die flashbacks von einigen schlimmen Situationen ein, an die ich mich leider noch zu gut erinnern kann. Trotzdem bin ich optimistisch eingestellt, dass es nur besser werden kann, da ich mich schon sehr gut entwickeln konnte und sehr glücklich darüber bin. Ich bin am überlegen nochmal in die Therapie zu gehen und versuche mein Handeln immer selbst zu reflektieren und mich besser zu verstehen und meine Gefühle richtig einzuordnen. Ich möchte später eine gesunde Familie haben und meinen Kindern das komplette Gegenteil geben von dem was ich durchmachen musste. Zu dem bin ich dabei eine Pädagogin zu werden um später für Kinder aus toxischen Familien da zu sein, da ich sie verstehe und alle Pädagogen in meiner Kindheit versagt haben.
    Ich wünsche allen Opfern von dieser Art von Missbrauch alles Gute!
    Ihr seid nicht alleine und glaubt mir es kann IMMER besser werden und ihr seid es wert, dass es besser wird, für euch selber!!!
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, ich habe mich direkt so verbunden gefühlt.

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    • Danke für deine Geschichte. Bewegt mich gerade sehr. Danke dass du uns so offen daran teil haben lässt. Und es ist wunderbar zu lesen, dass du einen Weg für dich gefunden hast. Alles Liebe!!

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  • Hallo,
    dieser Text hat mich sehr berührt, da es 1:1 meine Geschichte ist.
    Ich bin 52 Jahre alt, meine Schwester 4 Jahre jünger ( Lieblingskind), meine Mutter 79 Jahre alt. Mein Vater ist leider vor einem halben Jahr verstorben.
    Mit 19 Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen, da ich diese seelische Grausamkeit nicht mehr aushielt.
    Aber danach ging es erst richtig los.. ich könnte darüber ein Buch schreiben..
    Mein überwiegendes Leben habe ich um Anerkennung gekämpft bis ich vor einigen Jahren anfing, mich intensiv mit meiner Familienkonstellation zu beschäftigen, um Antworten zu bekommen.
    Das Schlimmste ist, dass sich meine Mutter, geprägt durch diese Persönlichkeitsstörung, keiner Schuld bewusst ist, und ich es nicht schaffe, mich ganz von ihr zu trennen.
    Schön, dass Du Deinen Weg gefunden hast.. Lieben Gruß

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  • Auch bei mir ist es so. Meine Geschwister sind 11 und 8 Jahre älter als ich. Beide haben mich zusätzlich zu meiner Mutter ständig runtergemacht. Meine Mutter hat sich bei mir ausgeheult und mir ständig eingeredet wie kacke mein Vater ist und mir sogar vom Sexualleben erzählt. Einmal kam der Vorwurf wenn ich mich nicht mit meiner Schwester vertrage, bringt sie sich um. Ich habe so unglaubliche Panik, dass ich mein Männerproblem nicht in den Griff bekomme. Zeitweise finde ich sex auch echt eklig. Ich bin vor 2 Jahren an einen Typ geraten, der mich extrem emotionale manipuliert hat und ich war sehr abhängig von ihm. Schließlich hatte er mir dann plötzlich seine Freundin vorgesetzt und wollte trotzdem mit mir schlafen. Ich habe ihn konfrontiert und er meinte, ich würde mir das alles einbilden. Mir geht das seit 2 Jahren sehr nach und ich bin echt sehr verletzlich und habe Panik dass ich mein ganzes Leben lang alleine dastehe.

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  • Auch ich bin die Tochter einer narzisstischen Mutter, ich bin seit 6 Jahren in thereapie und vor 2 Jahren kam die Erkenntnis, einhergehend mit einer schweren psychischen Krise, in der mir der Boden unter den Füßen wegbrach.
    Ich war in der Rolle des Goldkinds, meine ältere Schwester in der Rolle des schwarzen Schafs. Wobei die Rollen auch wechselten, in früherer Kindheit war ich einige Jahre denk ich in der anderen Rolle. Meine Mutter hat uns jährlich zum Geburtstag fotografiert und diese Portraits aufgehängt, es ist erstaunlich wie uns die Rollen je nach Alter ins Gesicht geschrieben waren. Als Goldkind hat mein null Chance seine eigene Entwicklung anzugehen, ich hatte quasi keine Luft zu atmen, keinen Raum für mich, für Freude, sexuelle Entwicklung, meine Mutter hat mich rund um die Uhr kontrolliert und für sich beansprucht. Mit meiner Schwester hat sie rund um die Uhr Krieg geführt, meine Schwester war hoch suizidal, hat sich ihre Beine aufgeschnitten, hatte Verletzungen von ihren Partnern, meine Mutter hat nicht reagiert.
    Sie spaltete auch tief das Verhältnis zwischen mir und meiner Schwester, wir brachten uns fast gegenseitig um, selbst wenn ich mich heute mit meiner Schwester treffe, kontrolliert sie es und ‘freut sich so sehr dass wir uns gut verstehen’, im Hintergrund verspüre ich tiefen Neid und Missgunst.
    Ich hab mich komplett zurück gezogen und war über jede Minute froh, die ich vor dem PC in meinem Zimmer verbringen konnte. Außerdem hab ich mir einen enormen Leistungsdruck in der Schule gemacht, das Gefühl nicht zu genügen und nicht eigenständig zu funktionieren hat mich davon abgehalten, Dinge in meinem Leben anzugehen. Ich hab mich aufgegeben, meinen eigenen Willen, hab nur noch nach den Vorstellungen meiner Mutter gelebt. War total entfremdet, hatte keinen Zugang mehr zu meinen Gefühlen, zu meinem Körper.
    Sie hat über mich gelebt, mich zur Modelagentur geschickt, zu Tanzcastings, alles unter dem Motto dass sie das beste für mich will und alles für mich tut. Wenn ich mich mal gewehrt hab hinzugehen oder beim casting nicht genommen wurde, hat sie mich tagelang angeschwiegen. Meine Eltern trennten sich als ich 2 war, den Kontakt zu meinem Vater hat sie stets unterbunden, wenn ich ihn mal gesehen hab, drängte sie mich dazu alles über das Treffen zu erzählen. Sie hatte keinen Partner mehr nach meinem Vater, ich fungierte als Partnerersatz und Mutterersatz.
    Sie missbrauchte mich auch sexuell, in dem sie bis ins ins Pupertätalter hinein, an mich kuschelte und schmiegte. Mein Nein, hatte für sie keine Bedeutung. Es gab null Grenzen, jede Autonomiebestrebung meineseits wurde geschickt manipuliert und unterbunden. Ich bekam keinen Hausschlüssel, kochte für meine Mutter wenn sie von der Arbeit kam anstatt etwas mit Freunden zu unternehmen. Sie prügelte mich auch, meine ältere Schwester und ich prügelten uns gegenseitig, bis ich irgendwann aufgib und mich irgendwann nur noch regungslos prügeln lies. Ich wurde körperlich krank, meine Muskeln versteiften sich, ich hatte Allergien, Bauchschmerzen, chronische Angina, starke Akne, Hashimoto, Pco-Syndrom und vieles mehr,
    Es gab Jahre, in denen ich nur arbeite und schlief, am liebsten wäre ich für immer eingeschlafen und nie wieder aufgewacht.
    Wie vorhin geschrieben bin ich vor 2 Jahren aufgewacht, seitdem Kämpfe ich zurück ins Leben, bzw hab ich jetzt erst das Gefühl zeitweise zu existieren. Ich bin 4 mal die Woche in Therapie und bearbeite all die tiefsitzenden Gefühle, hole all die verpassten Entwicklungsschritte nach und wachse gefühlt 10 cm am Tag. Es ist unglaublich schmerzhaft, es gibt glaub ich nicht schmerzhafteres als die Aufgabe des eigenen Selbst.
    Ich weiß, dass ich diesen Weg gehen kann, dass ich wachsen, leben und lieben werde auch wenn es Momente der Hoffnungslosigkeit gibt.
    Ich hab einen rießen Wandel in den letzten 2 Jahren durchzogen und das wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, ich bin in einer gesunden Beziehung, hab eine Ausbildung begonnen und merke dass ich Tag für Tag autonomer werde und mehr zu mir selbst finde. Auch mein Körper heilt, das ist ein wahnsinnig anstrenger Prozess, der mit vielen Schmerzen und Symptomen einhergeht aber es fließt wieder Leben durch ihn & ich kämpfe zusammen mit ihm für uns.
    Seitdem ich den Kontakt auf ein minimum beschränkt halte, missbraucht meine Mutter meine Schwester als Goldkind.
    Diese toxischen Dynamiken und diesen tiefen Missbrauch zu durschauen, ist sehr schmerzhaft.
    Es gibt Tage, an denen ich tiefen Hass auf meine Mutter verspüre, an anderen Vergebung, Einsicht, Hingabe. Ich denke das wichtigste ist, mein Inneres zu heilen, zur Liebe zurück zu finden, mich abzugrenzen, von allen und allem was mir nicht gut tut.
    Ich bin unglaublich dankbar, eine so liebevolle, anagierte und hoch professionelle Therapeutin zu haben, ohne deren Hilfe ich den Absprung nie geschafft hätte.

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