Kinder digital begleiten: iPhone bei Kindern

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Kinder digital begleiten: iPhone bei Kindern

Schon in der Grundschule kam in der Klasse meiner Tochter das Thema Smartphone auf. Ein paar wenige Kinder waren damals im Besitz eines Samsung Galaxy, ein, zwei hatten bereits ein iPhone. Wir haben damals unserer Tochter erklärt, dass es für sie noch zu früh ist.
Doch mit Beginn der 5. Klasse war unsere Tochter plötzlich ein technischer Außenseiter. Bis auf eine Handvoll Kinder waren alle im Besitz eines Smartphones. Innerhalb der ersten Wochen sträubte ich mich gegen diesen „Druck von außen“. Ich wollte keinesfalls nachgeben, nur, damit das Kind sagen kann „Ich hab jetzt auch ein iPhone“.

Doch dann musste ich für mich feststellen: Dinge zu verbieten, ist der falsche Weg. Ich arbeite fürs Web, ich lese meine Tageszeitungen auf dem iPad, nutze mein Smartphone als Organizer in vielen Lebensbereichen. Ich bin da also kein gutes Vorbild. Wie also soll ich meinem Kind glaubwürdig etwas verbieten, dass ich selbst nutze? Wie etwas verbieten, das ich selbst so schätze? Mir wurde klar: Verbot ist der falsche Weg. Das Einzige, was wir Eltern tun können und müssen ist: Kinder digital begleiten.

iphone bei kindern

Kinder digital begleiten – aber wie? 

Kinder müssen digital begleitet werden – immer. Ein iPhone fürs Kind bedeutet nämlich Eintritt in die Erwachsenenwelt. Ja, ein iPhone kann Zugang zu Bildung sein, wenn Kinder es richtig nutzen. Ja, ein iPhone ist Spaß, Fun und Freundschaft – weil Whatsapp für Kinder eine maßgebliche Rolle spielt. Aber: Ein iPhone bedeutet auch Zugang zu Pornographie, Gewaltvideos, fragwürdigen Games. Ein Kind wird gegebenenfalls in Berührung kommen mit Sexting oder Mobbing. Viele Kinder geben in Umfragen an schon mit Cyber-Grooming Erfahrungen zu haben, also dem Versuch, Kinder über Apps oder Spiele anzusprechen und zu umschmeicheln, um sie später sexuell zu missbrauchen. Es ist nicht gesagt, dass dein Kind auch schlimme Erfahrungen machen wird, es ist aber sehr gut möglich. Kinder müssen deshalb digital begleitet werden.

“Aber Mama, vertraust du mir etwa nicht?” “Dir schon, aber den Millionen anderen Onlinenutzern nicht!”

Wenn wir uns also fragen, ob der richtige Zeitpunkt für ein Smartphone gekommen ist, dann sollten wir nicht überlegen: Bekommt mein Kind ein iPhone? Wir sollten eher an uns selbst die Frage richten: Bin ich bereit, mein Kind mit dem iPhone zu begleiten?

Und das wiederum bedeutet: Selbst zu Wissen, was wirklich abgeht bei Kindern und Jugendlichen.

Wir Eltern müssen uns daher mit einer Menge Themen zu beschäftigen, um das eigene Kind zu schützen. Wir bringen unsere Kinder am ersten Schultag ja auch zur Schule, um sie zu beschützen. Wenn wir unserem Kind mit dem Smartphone also Eintritt in die Erwachsenenwelt geben, sollten wir das Kind damit nicht allein lassen.

“Mein Kind spielt nur auf dem Handy”, glauben viele Eltern. Oder “Das ist da nur bei Whatsapp, weil die einen Klassenchat haben”. Mag sein. Aber gewiss wird jedes Kind auch den Browser nutzen. Und GOOGLE. Google liefert binnen Sekunden mit nur einem Suchbegriff den weltweit größten Zugang zu kostenloser Pornographie.

Das ist aber nicht Liebe, was unsere Kinder da sehen. Das ist Pornographie, das ist nicht real. Eltern sprechen mit Kindern meistens nicht über Sex, und natürlich möchten neugierige Kinder sich im Internet schlau machen. Aber welches Bild wird unseren Kindern vermittelt? Was sehen sie da beim googlen? Und was macht das mit ihrer eigenen Sexualität? Mit ihrem Körpergefühl?

Ihr könnt ja selbst mal den Test machen und schauen, was passiert, wenn ihr nur das Wort “nackt” googelt …

Kindersicher surfen

Ein kindersicheres Smartphone gibt es nicht. Schon gar nicht, wenn das Kind ohne Sicherheitseinstellungen durch die Eltern Google oder YouTube nutzt. Oder WhatsApp, TikTok (Musical.ly), Instagram, Snapchat. Selbst bei Apps wie Quizduell, die eigentlich als Spiele daher kommen, selbst da tummeln sich Pädophile. Ja, darüber muss man sich im Klaren sein. Pädophile sind heute da, wo unsere Kinder sind: Im Netz.

Wir können also nur eines tun: Unsere Kinder digital begleiten, in dem wir ihnen in dem, was sie am Smartphone tun, voraus sind – weil wir uns auskennen. Wir müssen digital gebildet sein, um unsere Kinder zu schützen.

Wir kennen noch Telefone, die an Kabeln hängen. Wir wissen noch gut, wie früher Websites daherkamen, wie wir uns stundenlang mit dem lauten Modem ins WWW eingewählt haben und uns fragten: Ja, und jetzt?! Und wir wissen, wie die Welt vor alledem ausgesehen hat. Für unsere Kinder war das alles schon da. Einfach gegeben. Und Dinge, die einfach da sind, die hinterfragt man nicht. Mama und Papa, Onkels und Tanten, Großeltern, Freunde, Nachbarn – alle nutzen diese, ihre Geräte – warum also sollte daran irgendetwas schlecht sein?
Na, eben. Mit Verbot kommen wir also nicht weiter. Nicht, wenn wir unsere Kinder nicht dauerhaft ausgrenzen wollen. Denn natürlich ist es den Kids heute wichtig, einfach „dabei zu sein“. Auch und vor allem soziale Netzwerke sind wichtige Triebfedern, unsere Kids wollen sich nicht ausgeschlossen, sondern vielmehr Gruppen zugehörig fühlen. Das ist nachvollziehbar, geht es uns Erwachsenen in vielen Belangen doch ähnlich. Und wir können und müssen unsere – älteren –  Kinder eben dabei unterstützen, indem wir über ihre Apps Bescheid wissen und sie mit ihnen entdecken – und das nicht nur, weil es Cyber Mobbing gibt.

Wie kann ich mich digital bilden?

Immer wieder schreiben mir Eltern und fragen mich: Wie kann ich mich digital bilden? Deshalb erarbeite ich für Sommer 2019 eine Onlinekurs zum Thema und veröffentliche unter den Stichworten “Kinder digital begleiten” hier nach und nach jede Menge Infos. Wenn euch das interessiert, tragt euch in meinen kostenlosen Newsletter ein.

Und jetzt? Bis zu meinem nächsten Text könnt ihr schon ein paar Dinge tun:

  • Installiert euch die Apps, die eure Kinder haben und “arbeitet” mit ihnen
  • Solltet ihr Apple User sein, installiert die Familienfreigabe. Ihr könnt sie so einstellen, dass ihr freigeben müsst, wenn euer Kind eine neue App runterlädt. Über die damit verbundene Freunde App könnt ihr außerdem sehen, wo sich euer Kind gerade befindet. Auch wenn es bei diesem Thema viele Gegner gibt: Wir haben und nutzen sie auch. Es erleichtert mich einfach zu sehen, ob meine Tochter an ihrem Ziel angekommen ist.
  • Skizziert Regeln. Wichtig: Anfangs nur für euch selbst, also ohne sie mit dem Kind zu teilen. Macht euch erstmal selbst Gedanken, welche Regeln EUCH als Eltern wichtig wären.
  • Kommt in meine kostenlose Facebook Gruppe. Bis zum Sommer 2019 werde ich hier nach und nach Anregungen für Eltern posten.

 

 

 

 

 

 

 

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kinder digital begleiten

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11 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Ein sehr toller und interessanter Post!!! Vielen Dank!!!
Ja, mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und wir kennen das mit dem iPhone oder iPad!!!
Aber wie du geschrieben hast, man muss ein gesundes Mittelmaß finden!!!
Hatten auch schon eine Elternweiterbildung von der Schule über dieses Thema!!!
Wünsche dir einen schönen Tag!
xoxo Jacqueline
http://www.hokis1981.blogspot.com

Antworten

Ich mag deinen Ansatz: gemeinsam das Neue entdecken bzw. kein Verbot für Smartphones.
Unser Sohn ist mit 5 noch sehr jung, darf am WE aber ab und an auf dem iPad spielen. Dafür richteten wir auch die Familienfreigabe ein und löschten sie wieder: das ist von Apple sehr doof gemacht, dass man bei jeder einzelnen App die Erlaubnis der Eltern braucht. Da gibt es sicher bessere Wege.
Ich muss mir überlegen, ob wir dem Sohn zum Schulanfang ein Smartphone geben. Der Schulweg ist doch recht lang, wenn er ihn irgendwann allein beschreitet.
Liebe Grüße
Sarah

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Du spichst mir aus der Seele! Wir haben genau die gleichen Regeln. Sie darf jedoch einen Privaten Account bei Insta haben, dem ich natürlich folge, aber Fotos vor ihr oder der Familie zu posten ist steng verboten.

Antworten

Hallo liebe Eltern!..Ich bin heute erst auf die Webseite gekommen(suche momentan überall im Internet nach Lösungen,für das Verhalten meiner großen Tochter..)Aber das mit der FamilienApp finde ich echt klasse! Meine Tochter (12) benimmt sich unmöglich..(seit Sie sich ein iPhone wünscht)..Sie kommt abends immer zu mir an und fragt:„Mama Ich wünsche mir ein iPhone 7!“ Wenn ich dann immer antworte,das mir dass definitiv zu teuer ist,dann tickt sie regelrecht aus! Sie tritt dann immer gegen die Küchenstühle,Und brüllt so dermaßen laut,das unsere Nachbarn klingeln,und mich und meinen Mann fragen,Ob was passiert sei.Also ein iPhone aus der 5er Reihe geht vom Preis her ja noch(Wir haben nämlich schon knapp über 400€ für ihre Klassenfahrt ausgegeben,plus Weihnachts Geschenke)Aber gleich das iPhone 7?! Wenns kein iPhone 7 wird will sie ein 6s..Sonst hat sie uns nicht mehr lieb(Ihre eigenen Worte)..Und das alles nur weil,ihre beste Freundin auch eins hat.Unsere kleine Tochter(10)hat letztes Jahr(zum 9ten Geburtstag)Das alte iPhone 5 meines Mannes bekommen(Sie ist damit sehr zufrieden,und passt sehr gut drauf auf)Wenn sie mal was nicht bekommt,was die anderen alle haben,dann meckert sie nicht rum.Ich weiß nicht Was jetzt passiert,aber ich glaube ich muss mit meiner großen,über Thema Gruppenzwang sprechen;-)..sonst sehr hilfreicher Post:-)..LG und einen schönen Abend noch GABRIELA

Antworten
    Leonie Lutz
    12. Mai 2016 12:00

    Liebe Gabriela, uff. Das klingt nicht einfach für euch. Bin ja leider keine Pädagogin sondern auch einfach nur Mama, daher weiß ich gar nicht, was ich dir raten soll. Ich kann nur ein bisschen von uns erzählen: Meine Tochter bekommt definitiv kein iPhone 7 und sie hat auch kein iPhone 6. Sie ist mittlerweile 13 Jahre alt. Es muss auch mit einem 5er gehen, die Alternative ist: Keines. Ich bleibe da hart, sie fragt auch, aber ich erlaube es nicht. Der Grund ist einfach: In dem Alter braucht man kein Gerät für 700 Euro. Was, wenns runter fällt? Was, wenns geklaut wird, oder oder oder? Wenn sich meine Tochter etwas richtig richtig wünscht, darf sie sich diesen Wunsch erfüllen. Sie muss dann ihr Taschengeld sparen, und sich an Weihnachten und Geburtstagen Geld wünschen, bis die Wunschsumme erreicht ist. Somit bekommt sie ein Gefühl dafür, wie teuer Dinge sind und wie lange es dauert, mit einem Taschengeld von 20 Euro / Monat und Geschenkegeld auf eine vernünftige Summe zu kommen. Vielleicht hilft dir das ja … Alles Liebe, Leonie

    Antworten

Hallo Leonie,
Unser Ältester kommt jetzt auch in die 5. Klasse und wir sind am überlegen, wann für ihn der richtige Zeitpunkt ist. Keine einfache Entscheidung. Es wird wohl auch davon abhängen wie viele Kinder in seiner Klasse Smartphones haben, oder eben auch nicht. Und was er damit überhaupt anstellen möchte. Spätestens mit 12, so ist der Plan, wird er ein Smartphone bekommen.wahrscheinlich ein altes von uns. Danke für deinen Artikel. Einige der Ideen werde ich dann gerne aufgreifen um sie mit meinen Sohn zu besprechen.
Liebe Grüße, Birgit

Antworten
    Leonie Lutz
    7. Juli 2017 12:00

    Liebe Birgit, wenn er jetzt in die fünfte Klasse kommt, wird das Thema ganz schnell Fahrt aufnehmen. Es ist, wie du schreibst – kommt auch darauf an, wie viele Kinder in der Klasse ein Smartphone haben. Ich wollte anfangs gegen den Strom schwimmen, aber irgendwann auch nicht, dass mein Mädchen die einzige ohne Gerät ist. Und so oder so, haben wir jetzt für uns nen guten Weg gefunden, dass die Beschäftigung an dem Ding nicht überhand nimmt … Viele Grüße! Leonie

    Antworten

Hallo!
Unsere Große kommt jetzt in die 7. Klasse und hat seit dem Übergang ins Gymnasium ein Handy. Sie ist aber auch mit Bahn und Bus untergwes… Und genau- ohne Smartphone ging’s wegen whatsapp nicht lange… zum Glück brauchte die Patentante ein neues und so bakam sie das gebrauchte I-Phone.
Die Freunde-App kenn ich gar nicht- muss ich mal schauen!
LG, Yvette

Antworten
    Leonie Lutz
    7. Juli 2017 12:00

    Hallo Yvette, die Freunde-App ist wirklich sehr hilfreich. Gerade, wenn deine Große jetzt auch mit Bus und Bahn unterwegs ist. Dadurch kannst du sie quasi orten, wenn man was sein sollte. Viele finden das bestimmt übertrieben. Mich beruhigt es einfach, diese Möglichkeit zu haben 🙂 Alles Liebe, Leonie

    Antworten

Hallo!..ein sehr interessanter Post! Sehr schön geschrieben!..Ich bin auch eine eher besorgte Mutter,aber da meine beiden Mädels schon 12 und 14 sind,maxhe ich mir nicht mehr so große Gedanken..da die beiden schon sehr verantwortungsvoll sind! Meine kleinste (12) hatte mit 9 ihr erstes handy (iPhone 4) bekommen.Wir haben da ne Kindersicherung eingestellt,alles prima! Jetzt braucht sie das nicht mehr,da sie sehr gut aufpassen kann! Mittlerweile hat sie schon ein iPhone 5c.Meine große (14) Ist ebenfalls verantwortungsvoll! Sie hatte ihr erstes handy (iPhone 3gs) auch mit 9 bekommen! Da sie schon mit dem Bus fahren musste.Jetzt hat sie ein iPhone SE. Das mit der Familien App hört sich super an! DANKE für den guten Post! Lg Sandra

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