Vom Schein und Sein – Instagram Follower kaufen / Ein Selbstversuch

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Instagram Follower kaufen: Es gibt Dinge, die verstehe ich nicht. Wenn Blogger zum Beispiel Follower bei Instagram kaufen. Instagram war eines meiner liebsten Social Media Tools. Ich mag und mochte die schönen Bilder, so viel Inspiration jeden Tag. Seit nun zwei Jahren bin ich dort aktiv, ich habe eine kleine, feine Community und irgendwie zu jedem, dem ich folge einen Bezug. Entweder inspirieren mich diese Menschen, oder ich mag die Person hinter dem Account total gerne. Oder beides. Fast immer bewundere ich die Leute hinter den Accounts, manchmal sehe ich mir einfach nur ihr Leben in Bildern an. Man wächst zusammen, auch wenn man sich nur online kennt.
Vor etwa zwei Jahren bin ich Instagram mit MiniMenschlein beigetreten und mein erklärtes Ziel waren 1000 Follower. Das fand ich damals viel – umso stolzer war ich, als die irgendwann erreicht waren. Nach und nach wuchs vor allem mein Blog, Instagram ebenso, aber langsam.
Die Welt war harmonisch, das mochte ich – die Aufreger weit weg. Bis es Accounts gab, die alle hinter sich ließen.
Da gibt es einmal die wirklich, wirklich erfolgreichen, die sehr natürlich und schnell wachsen – und das verdient. Und auf der anderen Seite die, die einen Blog haben und bei Instagram noch keine 20.000 Follower. Zu Letzteren zähle auch ich.
Und plötzlich sehe ich bei Kollegen, dass sie Follower kaufen. Ist das jetzt schlimm oder nicht? Ich wollte wissen, wieso, warum und wie: Und habe den Selbstversuch gewagt.
Fake finde ich scheiße. Das jetzt mal so frei von der Leber weg.
Ich muss sagen, dass ich es prinzipiell recht doof finde, kann es aber verstehen, wenn man ausschließlich Instagram hauptberuflich betreibt. Ich stelle mir den Zahlendruck doch recht hoch vor.
Wenn es aber um Accounts und Menschen geht, die eigentlich Blogger sind und somit logischerweise auch einen Blog haben, dann verstehe ich es nicht: Denn alles, was ein Blog braucht, um erfolgreich zu sein, sind Leser. Wenn ich also bei Instagram Follower kaufe, folgen mir Hasan aus Arabien, Nuroh aus Syrien, Nawaz aus der Türkei, Nurhaik aus Indonesien und Sunil aus Indien. Hasan, Nuroh, Nawaz, Nurhaik und Sunil haben viele Gemeinsamkeiten: Sie verstehen die Sprache nicht, in der ich schreibe oder poste. Sie sind männlich, und für einen Familyblog sicherlich nicht so interessant. Und: Sie werden auch nicht zu Lesern meines Blogs, denn sie sind nicht die Menschen, die ich als Leser gewinnen werde – einfach nicht meine Zielgruppe. Mich lesen Mamas aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, tausende von ihnen jeden Tag. Hasan, Nuroh, Nawaz, Nurhaik und Sunil werden meine Beiträge aber nicht lesen, weil es sie nicht interessiert und weil ich auch ihre Sprache nicht spreche. Im Zweifel sind sie auch noch keine 18 Jahre alt und überhaupt, haben wir so gar nichts gemeinsam.
Ich war diesen Monat viel auf Reisen – und verbrachte gefühlt viele Tage im Zug. Da hat man viel, viel Zeit. Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Nachprüfen, Zeit zum Testen.

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Weil ich die Motivation nicht nachvollziehen kann, warum man sich Follower kauft, stieg ich näher in das Thema ein. Agenturen wollen Reichweitenstarke Accounts heißt es – find ich logisch, aber Microinfluencer, also Accounts mit weniger Followern haben sehr oft sehr tolle Leser und sind ebenso authentisch. Für mich kein Argument, sich Follower zu kaufen.

Sichtbar werden – überhaupt Menschen finden, die einen entdecken, die zu Lesern werden, okay – diesen Gedanken wiederum finde ich logisch. Funktioniert aber mit gekauften Followern eben nicht. Weil ich im Zweifel ja nur Hasan, Nuroh, Nawaz, Nurhaik und Sunil kaufe – die werden nicht zu Lesern meines Blogs.

Was ich verstehe: Wenn man hauptberuflich bloggt, dann kann man unter Druck geraten. Jeder Monat muss gut sein. Wir Blogger haben nicht jeden Monat unsere Summe X wie ein Festangestellter, wir arbeiten mehr als 50 Wochenstunden und die wenigsten Stunden davon sind bezahlt, wenn wir Rezepte, Lebensgeschichten, Beauty-Tipps oder Anekdoten aufschreiben. Das sieht keiner von außen, aber das muss auch keiner sehen, denn: Es macht Spaß. Es macht Freude und man kann diesen Job nur machen, wenn er sich wie ein Hobby anfühlt. Es geht um Leidenschaft. Klingt pathetisch, aber genau so ist es. Wenn ich keinen Bock habe, Geschichten zu erzählen, werde ich es als Blogger nicht schaffen. Wenn ich aber voller Leidenschaft bin, und das ist ganz egal, WORÜBER ich schreibe, wenn ich das mit Herzblut tue und immer dran bleibe, dann kann ich es schaffen – das große Ziel: WUNDERTOLLE LESER.

Ich habe diese Leser. Und saumäßig viele meiner Blogger-Kolleginnen haben saumäßig viele Leser. Die meisten sind größer als jede Kleinstadtzeitung, was ihre Reichweite angeht. Viele haben Reichweiten von denen so manches Print-Produkt nur träumt. Das ist grandios. Und das zeigt, dass die Sache mit Leidenschaft und Fleiß aufgeht.

Und wieso, frage ich mich nun, kaufen Blogger Follower, obwohl sie genau wissen, wie der Hase läuft?
Was bringen mir 50.000 Follower auf Instagram, wenn davon 40.000 aus der Türkei, Indien, Pakistan und Co. kommen? Wenn davon 40.000 falsch und nicht echt sind? Das sind keine Leser. Das ist mehr Schein als Sein. Das ist nicht Leidenschaft, das ist nicht Fleiß das ist – sorry – traurig.

Es gibt viele Tools, die in Verbindung mit einem gesunden Menschenverstand aufzeigen, wer Follower kauft. vrenifrost hat sich kürzlich öffentlich dazu bekannt und ich weiß gar nicht, ob es nach ihrem Geständnis noch mehr Blogger gab, die sich geoutet haben? Ich fürchte nicht, aber ich kann mich täuschen.
Nach dem „Outing“ von der tollen vrenifrost war ich ein bisschen geknickt, denn vrenifrost kommentierte und likte viele meiner Posts bei Instagram. Das hat mich gefreut und geehrt. Ich war traurig, als sie zugab, dass alles nur irgend einem System oder Algorithmus geschuldet ist. Was aber echt ist – ist sie. Und sie ist auch diejenige, die sich hingestellt hat und gesagt hat: Seht her, Leute! Ich bin nicht unfehlbar! Ich hab Mist gebaut – jetzt stehe ich dazu. Und jetzt mache ich das anders.

Interessiert Leser sowas? Mhhh … gute Frage – vielleicht nicht, und dann ist das auch nicht schlimm. Umso besser. Mich interessiert es aber, denn auch ich arbeite in dieser Branche und betreibe meinen Blog hauptberuflich. Ich schaue nach rechts und links, nach oben und unten, nach vorn und zurück. Und ich sehe, was um mich herum passiert.
Manche meiner Kollegen kaufen jetzt Follower. Auf das „WIESO?“ werde ich keine Antwort bekommen, aber das „WIE?“ interessierte mich.
Also wagte ich den Selbstversuch: Ich kaufte 3 Tage Follower. Ein wahnsinniges Schnäppchen, weil drei Tage bei gewissen Anbietern als Test nämlich totaaaaaal günstig sind. Kosten: 0 Euro, ohne Kündigungsfrist.

Und das war so: 

Zu Beginn des Tests habe ich bei Instagram 15.898 Follower. Alle echt, keiner gekauft, in zwei Jahren aufgebaut. Am Ende des Tests, also nach Tag 3 habe ich etwas über 16 Tsd Follower. Macht also 120 Follower mehr in 3 Tagen. Ist jetzt eigentlich nicht so viel. ​

So lief mein Test:

1. Nach der Anmeldung auf einer seriös wirkenden Internetseite bin ich etwas nervös, denn: Instagram meldet mir einen „verbotenen Zugriff“, den ich bestätigen oder ablehnen soll. Ich bestätige, denn: wenn ich ablehne, kann ich meinen Test nicht durchführen. Aber ich habe ziemlich Angst dabei, denn: Was, wenn irgend etwas schief geht? Dann ist mein Account womöglich gesperrt und ich? Muss wieder bei null anfangen. Da soooo viele Menschen aber Follower kaufen, kann ich es mir nicht vorstellen, dass es unmittelbare Folgen hat. Und diesen Test will ich unbedingt durchziehen. Ich bestätige und gebe meinen Account frei – nichtsahnend, dass ich es in weniger als 2 Stunden bitter bereuen werde.

2. Keine zwei Stunden später. Mein Account hat etwa 10 neue Follower, ICH aber folge 150 Leuten mehr! Mit dabei: Hasan aus Arabien, Nuroh aus Syrien, Nawaz aus der Türkei, Nurhaik aus Indonesien und Sunil aus Indien – um nur ein paar Namen zu nennen. Ich entfolge also allen 150 wieder. Doch: meine Abonnentenzahl verändert sich NICHT. Das System hat mich im Griff – ich kann NICHTS MEHR tun. Ich entfolge und entfolge – nichts passiert.

3. Ich habe plötzlich große Angst: Wie dumm war ich nur, so einen Test zu machen? Warum habe ich dafür keinen anderen Account genommen? Das Kind ist aber bereits in den Brunnen gefallen – und ich will wissen, wie das alles so wird. Ich bleibe also dabei.

4. Ich poste weiter und erschrecke mich: Meine Bilder erhalten kaum Likes. Vor der Installation des „Tools“ wurden die letzten beiden Fotos hunderte Male geliked, danach sieht es schwach aus. Interessant, denn: Dieses Follower System verspricht ja ganz genau, LIKES und Follower zu bieten.
Ich vermute, das es bei mir nicht klappt, weil ich ständig auf BLOCKIEREN und ENTFOLGEN klicke. Panisch, wie ich bin.

5. TAG 2 am Abend: Mein Instagram-Direktnachrichten-Postfach explodiert: Hasan, Nuroh, Nawaz, Nurhaik, Sunil und viele andere schreiben mir jetzt auch Direktnachrichten. Ach so – hat einem ja auch keiner gesagt. Mein Postfach ist soo unüberschaubar voll, ich will alles, nur diese Sache loswerden, aber ich will auch durchhalten und das Ende des Tests abwarten: Bald bin ich an Tag 3 – bald ist es geschafft!

6. TAG 3 ist da. Ich habe mehr als 16k Follower, also etwa 120 Follower mehr – gähn. Dafür folge ich jetzt statt bislang etwa 900 Leuten nun mehr als 1300 Leuten. Hasan, Nuroh, Nawaz, Nurhaik, Sunil und ihre Freunde sind dabei, is klar.

Ich folge also jede Menge Leuten, ich blockiere hunderte von Accounts, das dauert mehrere Stunden. Und weil ich jedes Mal auf die Accounts gehen muss, um sie zu entflogen und zu blockieren, sehe ich, wer sie noch abonniert hat: Und plötzlich bricht die Fassade. Weil ich genau sehe, wer über dieses Tool ebenso Follower kauft.

7. Mein Instagram ist nicht mehr wie es war. Es ist ein Trauerspiel und ich möchte heulen. Nichts ist in meiner Sprache, keine ansprechenden Bilder. Der Zauber dieser wundertollen App gänzlich verloren. HILFE!

Ein Test ist ein Test ist ein Test. Ich setze mich an den Schreibtisch und beginne diesen Text. Ich werde keinen Namen nennen, aber ich kenne jetzt noch mehr, die Follower kaufen. Voll schade.

Für meinen Blog hat das übrigens – oh wunder! –  gar nichts gebracht. Mit 120 Leuten mehr, die ich nun alle wieder rausgeschmissen und das System deaktiviert habe.
Der Spuk ist vorbei! Ich habe mein Profil gereinigt, saß mehrere Stunden dran, bin wieder bei meinen ehrlichen 15,9 Followern, und kann in den Spiegel gucken, weil diese tollen Menschen wirklich Leser sind! Es macht keinen Sinn, irgendwelchen Hypes nachzurennen.
Für mich war dieser Test der pure Stress. Ich habe schon immer gesagt: Kauft keine Follower! Jetzt weiß ich, dass ich mit meiner Meinung immer richtig gelegen habe. Aller Zauber geht verloren. Und ganz im Ernst: Das ist es nicht wert. Weil es so durchschaubar ist. Fake macht keinen Spaß. Fake ist nicht ok. Und Fake haben auch die wundertollen Leser einfach nicht verdient.

„Dann geh doch zu deinem Vater, wenn du ihn so vermisst! Na geh! GEH SCHON!“ – über eine traurige Begegnung
Verkatert vom Leben: Gastbeitrag von Antonia

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35 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Liebe Leonie,
ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr selten Kommentare zu Blog-Posts verfasse – selbst wenn diese mir einigermaßen gefallen. Aber mit deinem Blogpost hast du mich wirklich zum schmunzeln gebracht. Da ich den BPW bereits miterlebt habe, ist auch das Thema Social-Media in letzter Zeit immer wieder ein heißes Thema, da es heutzutage für neu zu gründende Unternehmen unabdingbar ist, eine ordentliche Social Media Strategie zu erarbeiten. Hierbei haben wir bereits heiße Diskussionen über das kaufen von Instagram Followers oder auch Abonnenten geführt. Was du aber getan hast, war einen Instagram Bot einzuschalten, ich denke, hier gibt es Unterschiede zum herkömmlichen Kauf. Ich denke da aber trotzdem genauso wie Du. Jeder hat es sicher einmal probiert aber hört irgendwann damit auf – schaden tut es denke ich eher wenn man damit regelrecht übertreibt was sicherlich einige Unternehmen oder auch Blogger machen um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Jedoch geht man natürlich immer lieber in das Restaurant, was gut gefüllt ist – anstatt in das komplett leere Restaurant. Im übertragenen Sinne meine ich damit, dass ein Profil mit ca. 1000 Abonnenten natürlich viel interessanter wirkt als eins mit 10 Abonnenten. Hier muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, was dieser jenige für richtig hält. Ich finde es gut, dass du dazu stehst, es einmal ausprobiert zu haben. Das erfordert Charakter, was wenige haben.
Ich wünsche dir weiterhin einen schönen Abend!

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Einer schreit immer
6. Oktober 2018 12:00

Das Problem ist: Leider haben viele selbsternannte Social Media “Experten” keine Ahnung. Auch renommierte Agenturen berechnen Preise für Posings ausschließlich nach Follower-Zahlen und hübschen Fotos. Wer kommt da nicht in Versuchung Follower zu kaufen? Ich finde es völlig verständlich.
Bestes Beispiel für Fake ist der Blogger-Award eines österreichischen Boulevard-Blattes. Dort wurden Blogs nominiert und ausgezeichnet, die teilweise ein halbes Jahr kein neues Posting online hatten, dafür aber viele (gekaufte?) Follower.
Ich kann nur hoffen, dass es bald mal rappelt in der Branche. Das würde allen die ordentlich arbeiten sehr gut tun…

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Liebe Leonie, was für ein mutiger, großartiger Text! Ich sehe auch viele um mich herum unglaublich wachsen – und manchmal werde ich ganz hibbelig, weil ja auch die Kunden immer wieder danach fragen. Dann muss ich mich erinnern, was Instagram eigentlich für mich ist: mein Tagebuch, meine Sammlung schöner Momente. Vor allem Leben – und nur ein klein bisschen Business. Es macht Spaß, damit zu inspirieren und kommunizieren und ja, auch Werbung für mich und meinem Blog zu machen, aber das ist nur ein kleiner Teil. Letztlich glaube und hoffe ich, wer gern und viel und ehrlich arbeitet, wird gesund (wenn auch langsam) wachsen und das ist doch irgendwie beruhigend.
Ganz liebe Grüße,
Claudi

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    Liebe Claudi, ja, das glaube ich auch. Ich bin überzeugt: Ehrlich währt am längsten. Ist einfach in allen Lebenslagen so. Wie auch immer andere wachsen – die meisten natürlich und auch verdient – man darf dadurch nicht in Zweifel verfallen. Ich kenne so viele tolle Accounts mit wenig Followern aber einer extrem hohen Sichtbarkeit, vielen Fans und Lesern. Liebe Grüße, Leonie

    Antworten

Ich find die Entwicklung schlimm und traurig.
Was aber auch mal angesprochen werden muss:
Dass Leute nicht nur bei Instagram kaufen (und dies sehr wohl auch mit deutschen Accounts, Likes und deutschsprachigen Kommentaren geht – nur ist es teurer), sondern auch schon Klicks auf Blogs gekauft werden und so bewusst die Statistiken gefälscht werden. Da fallen mir gleich einige ein. Aber da muss man Agenturen und Kunden einfach permanent aufklären.
Viele liebe Grüße an Dich
Janina

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    Liebe Janina, yep – ursprünglich hatte ich das Thema “Seitenaufrufe kaufen” auch im Artikel drin. Habe dann aber gemerkt, dass es den Rahmen sprengt, weil es zu sehr von meinem Instagram-Test ablenkt. Ich glaube auch nicht, dass es nachhaltig ist, Aufrufe zu kaufen. Denn schon in ein paar Monaten werden Agenturen wissen wollen: Woher kommen deine Follower? Und wenn Google Analytics dann Usbekistan ausspuckt, ist man eh raus als Blogger 😉 Daher glaube ich nicht, dass es sich durchsetzt. Vielmehr werden Agenturen in Zukunft noch mehr Fragen stellen und das ist auch ok so. Liebe Grüße, Leo

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Es war Balsam für meine Seele, diesen Blog gelesen zu haben!

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Liebe Leo, ein ganz toller Text! Und nur die Spitze des Eisbergs. Lange habe ich nicht verstanden warum Accounts rasant wachsen, Promotion Posts extrem viele Liked erzielen. Und du hast recht: wenn man sich ein bisschen Zeit fürs Beobachten nimmt kriegt man es leider sehr schnell raus und ist desillusioniert. Der Spaß bleibt auf der Strecke u wahrscheinlich bald die ganze Branche, wenn Agenturen und Unternehmen endlich mal genauer hin schauen. Liebe Grüße, Sarah

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    Liebe Sarah, hab kürzlich auch lange mit Bea darüber gesprochen – unser Gespräch brachte die ganze Sache eigentlich auch erst ins Rollen. Da saßen wir abends beim Wein zusammen und haben uns gemeinsam diverse Profile angesehen. Unsere Vermutungen haben sich in meinem Test bewahrheitet. Wir waren tatsächlich kurz desillusioniert, haben dann aber gesagt: Hey! Wieso? Es ist NUR eine App und ganz ehrlich: Das eigene Ding machen ist am besten und wenn man Vergleiche zieht, dann nur mit denen, die auch authentisch sind. Du bist so eine, die ihr Ding macht, die auch ohne eine Batterie an Hashtags enorm viel Reichweite hat und das zurecht und verdient, weil das eben DU bist. ♥

    Antworten
Stadtmama Judith
6. November 2018 12:00

Hmmm – also ich gehöre ja auf Insta auch zu den kleineren Accounts – so knapp über 1.100 Followern nach etwa ebensovielen Postings. Das ist für Insta-Verhältnisse winzig. Und ich weiß deshalb leider ganz genau, weshalb Instagramer und auch Blogger kaufen: du bekommst einfach mehr und bessere Angebote von Agenturen und Unternehmen und wirst als Influencer unter einer gewissen Insta-Statistik nicht ernst genommen. Egal, welche Zahlen du abseits von Insta aufweisen kannst. Egal ob gekauft oder nicht. Die Agenturen haben wenig bis keine Ahnung von deiner Niesche, sehen 20K Insta Follower und bekommen Dollarzeichen in den Augen. Deine Blog-Reichweite ist im ersten Augenblick nebensächlich. Du kommst gar nicht in die Endauswahl, denn du bist als reiner (Text-) Blogger weniger interessant für Unternehmen als als Instagramer, weil Instagramer als stärkere Influencer gelten. Aber ich vermute, das war nur eine rhetorische Frage deinerseits, das wusstest du bereits. Traurig, aber (Insta)Statistiken machen Unternehmen oft blind für andere Fakten. Und jetzt muß ich am Ende ehrlich sagen: ich kann jeden verstehen, der kauft – so lange es den Unternehmen offenbar egal ist, was sie auf den Tisch bekommen.

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    Münstermama
    6. November 2018 12:00

    Danke für diesen Text! Was mich aber so erstaunt…alle scheinen zu wissen wie dumm der Fake ist und trotzdem werden es gefühlt jeden Tag mehr Accounts die das machen. Leben die Agenturen und Firmen in einer anderen Welt? Wie kann es denn bitte sein, dass denen das nicht auffällt/klar wird?

    Antworten

    Liebe Judith, krass – ich mache da ganz ganz andere Erfahrungen. Bei mir ist es wirklich so, dass den Leuten der Blog am wichtigsten ist. Diese Zahlen sind interessant und relevant, weil der Blog ja auch das Nachhaltigste ist, man hat einen Link platziert etc. etc. etc.
    Ich verstehe also dadurch auch nicht, wenn jemand Follower kauft. Liebe Grüße, Leonie

    Antworten
      Stadtmama Judith
      6. November 2018 12:00

      Ich wäre arbeitslos, wenn es solche Firmen nicht geben würde, da ich ja mit meiner Fanzahl auf Insta nicht einmal annähernd konkurrenzfähig bin… Es sind mir aber auch schon Unternehmen aus allen Wolken gefallen, wenn ich ihnen meine Blog-Zahlen und da ich ja ebenso beruflich blogge dementsprechend meine Preise präsentiert habe, weil sie aus meiner Anzahl an Insta-Fans auf meine Blog-Zahlen geschlossen haben und sich quasi billige Beute erhofft hatten… Der Ton ist einfach ein anderer und man merkt, dass man oft nur über seine Zahlen ernst genommen wird. Leider. Es kann natüröich auch daran liegen, dass Österreich in Sachen Blogger Relations noch ein wenig mehr hinterherhinkt. Und ich bin im Zwiespalt: ich verstehe, warum es Instagramer machen, würde es aber selbst nicht tun.
      Danke für deine Antwort! Ich sehe es selbst übrigens auch als nachhaltiger an.

      Antworten

Total spannend! Danke dafür 😘 Wenn ich wüsste, wer fake ist, würde ich direkt entflogen… das macht mein schönes Instagram kaputt 🙄

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Super geschrieben und ich habe mich wiedererkannt, denn genau diesen Fehler, exakt wie du den kompletten Vorgang beschreibst, habe ich letzten Sommer auch “durchgemacht” und ich muss feststellen: ehrlich währt am längsten! Jedoch wußte ich nicht, daß Instagram davon Wind bekommt und einen auf eine Art “Blacklist” setzt und man zB von denen kein Feature mehr bekommen wird. Hat sich aber glücklicherweise bei mir nicht bewahrheitet. Aber: aus diesem einen Fehler bin ich klug geworden! Und nun..?! Mir egal, aber ich schöpfe dann lieber alle 30 Hashtags voll aus, um in den Foren mit meinen Beiträgen sichtbar zu sein, wo sie hingehören, als mir Hassans und Sunils zu kaufen, und dieses Follow for Follow und dann nach einer Stunde wieder entfolgt zu werden ist albern! Ich folge lieber meinen “richtigen Freunden”, die von Anfang an bei mir waren und nicht diesen Giganten, die sich einen Teufel um unsere Bilder scheren. Gruß aus Hessen von der goldenen Sommersprosse 😘

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Ein toller Beitrag. Ich muss sagen, dass ich von diesem Follower-Kauf auch nicht viel halte. Ich finde, man wirkt dann auch nicht mehr authentisch für die Follower. Und die merken doch ebenfalls, Dass die meisten Likes, etc. gekauft sind. Danke für diesen Test und es bestätigt mich ebenfalls: lieber weniger Follower, die einem aber aus Interesse folgen, als gekaufte Follower, die einem nichts bringen

Antworten

Toll Leonie, dass du es getestet hast! Interessant zu lesen, wie das abläuft! Mich fragen manchmal Leute, warum hast du erst 14k Follower? Hmm, zuerstmal finde ich das schon richtig viel, zweitens weil alles ehrlich abläuft und ich keine Follower kaufe und drittens weil ich ganz oft dubiose Accounts die mir folgen wollen lösche! Ein Hoch auf die Ehrlichkeit, egal was die Agenturen wollen!

Antworten

    Oh ja, die Frage kommt bei mir auch oft: “Warum hast du denn nur 15k Follower????” Ja nu, was soll ich machen – ist wie es ist. Ich mache es auch erst seit zwei Jahren und ich finde das auch gar nicht wenig. Und dann ärgert mich, dass man so auf so ne blöde Zahl reduziert wird. Stichwort dubiose Anfragen: Ich hab auch oft Leute, da denke ich: Warum folgen die mir? Die kicke ich dann wieder raus. Alles andere wird sich im Laufe der Zeit denke ich ohnehin erübrigen. Instagram wird irgendwann selber bereinigen, und dann ist das Staunen aber groß 🙂

    Antworten

Oh wie krass sich das liest 🙁 und mega gruselig. Letztens habe ich eine Doku gesehen (Pro 7?) wo jemand dieses Phänomen von Facebook Like Agenturen aufgedeckt hat. So kleine Rumpelkammern irgendwo in Asien. Geil. Die machen sich strafbar, verdienen aber gut Geld. Und der Käufer hat auch so ein paar schöne Fake Likes. Aber ich denke auch, auf Instagram ist es noch verbreiteter – man braucht ja nur bei “Abonnenten” klicken und kann sich dann seinen Teil denken. Bei Facebook gibt es oft die Like 4 Like Fans, was ich im übrigen genauso kacke finde.
Mutig der Test, und sehr interessant zu lesen. Ich glaube, so eine Erfahrung schreckt einen echt ab :/ (oder offenbar doch nicht so viele…)
Liebe Grüße, Frida

Antworten
Bettina Sturm
6. November 2018 12:00

Liebe Leonie,
das ist ein richtig richtig guter Blogpost mit Mehrwert: Ehrlich, mutig, und hinter die Kulissen blickend. Klasse! Jetzt müssen die Agenturen deinen Artikel lesen!

Antworten

    Liebe Bettina, danke dir 🙂 Ich glaube, die Agenturen wissen das alles schon. Viele mit denen ich arbeite gucken genau hin, es ist nicht so, dass die alle nur die mit den fetten Zahlen wollen. Da spielen ja wirklich ne Menge Dinge eine Rolle. Look & Feel, Authentizität etc.
    Ich kenne eine Shopbesitzerin, die hat sich 20.000 Likes gekauft. Auf einmal! Aber sie hat einen Shop – sie will Dinge verkaufen. Keiner von den 20.000 kauft ihre Sachen – logisch 😉 Und dann pro Bild 10 Likes. Sehr komisch. Da frage ich mich dann auch manchmal: HÄÄÄÄ??? 😉

    Antworten

Sehr spannend zu lesen!
Ja leider kommt man als kleiner Blog dann nie zum Zug, was teilweise wirklich frustrierend ist. Aber ich hoffe darauf, dass da irgendwann mal umgedacht wird…

Antworten
Nicole Bostelmann
6. November 2018 12:00

Sehr genial geschrieben! Ich verstehe es auch nicht warum man sich Follower erkaufen muß!? Ich mag es nicht- empfinde es als unehrlich… Mich frustriert es ab und an und andererseits bin ich stolz auf meine kleine Leserschaft auf Instgram und meinem Blog.
Ein wirklich toller Beitrag!!
LG Nicole

Antworten
Bettina Apelt
6. November 2018 12:00

Liebe Leonie, was für ein wunderbarer Artikel. So ganz verstanden hab ich das System des Follower-Kaufes auf Instagram ncoh nicht: Seriöse “Werbung” wie auf Facebook ist dort gar nicht möglich? Ich kauf übrigens auch nicht, hast Du sicher schon vermutet. 😉 Hab Instagram auch nie als das Tool genutzt, fand aber immer schlön, dass man viele Leute kennengelernt hat, hab aber das Gefühl, das geht mit den neuen Algorythmus ein wenig verloren.

Antworten

Uh – wie blöd. Und dann auch noch so viel Arbeit zum aufräumen…
Wir haben in der Agentur mal den Test gemacht und fanden es auch nicht so berauschend. Es bringt nichts. Aber trotzdem kaufen viele. Wir prüfen das gerne mal bei Koop-Anfragen, wenn uns die Likes aufgrund der Follower komisch vorkommen.

Antworten

Am schlimmsten finde ich die Accounts bei Insta die so tun als sei alles harte lange Arbeit und dann 10 oder 20k oder mehr in 2 Wochen. Also bitte, zumal der Markt doch eh recht gesättigt ist. Meiner ist winzig. Dafür mag ich den Austausch mit anderen z.B über Literatur und was mich sonst interessiert. Dubiose Profile sperre ich. Ich habe zwar auch Follower aus den USA und AUS aber mit echtem Austausch und weil ich selbst tolle Profile für mich dort entdeckt habe.

Antworten

    Oh ja, ich auch! Ich folge auch manchen, die nicht deutschsprachig sind. Nur weil manche im Ausland sitzen, muss es ja nicht zwingend Fake sein, so meinte ich das nicht 🙂

    Antworten

Liebe Leonie,
toller Artikel und ich habe ihn verschlungen.
Ich gehöre zu denen, die einfach Spaß am
Blogggen und den Social Media Kanälen hat. Mir sind die Zahlen total egal ! Aber ich merke, wie sehr andere sich unter Druck setzen und finde das ganz schlimm. Wo bleibt da der Spaß ?
Ich bin noch ne kleine Leuchte gegen viele, besonders bei Instagram aber so what ? Es macht mir Spaß und ich freue mich über jeden einzelnen, den ich mit dem was ich mache beigeistern kann.
Follower kaufen hab ich selbst auch mal ausprobiert, aus den gleichen Gründen ! 100
Stück – und am Ende hatte ich weniger Follower als vorher und eben nur die besagten Follower aus aller Welt. So ein blödsinn – da kann ich mein Geld auch ausm Fenster schmeißen.

Antworten

Liebe Leonie,
wow, wie mutig von dir! Ich hätte 20 Blusen vollgeschwitzt. Was ein Stress. Und genau wegen so einem Artikel schätz ich dich so. Ehrlich, authentisch, echt. Aber den Druck verstehe ich. Ich wachse sehr langsam, trotzdem schätz ich jeden meiner Leser, denn sie sind echt!
Liebe Grüße
Isa

Antworten

Ich frage mich, ob der Kauf von Followern wirklich eine verlässliche Strategie ist.

Antworten

Danke, du sprichst mir aus dem Herzen. Und Chapeau, dass du den Selbsttest gewagt hast.

Antworten

Ein sehr cooler Beitrag und super mutig, dass Du es ausprobiert hast! Klar, man muss leider eingestehen, dass die Branche sich enorm gewandelt hat und teilweise leider zum Negativen entwickelt. Aber ich vertrete immer noch die – vielleicht etwas veraltete und naive – Meinung, dass sich guter Content & Qualität durchsetzt! Deinen Blog hast Du selbst im Griff und gestaltest ihn nach Deinen Vorstellungen. Wenn Instagram morgen abgeschaltet wird, haben viele Leute keine Existenz mehr – ist es das Wert, sich an ein Netzwerk zu ketten und Follower zu kaufen, die dem Kooperationspartner nichts bringen? Ich denke nicht! Und viele Marken und Agenturen haben das verstanden und die übrigen werden es irgendwann mit einem bösen Erwachen lernen.
Danke für den tollen Beitrag! Das inspiriert mich direkt zu einem neuen Post. 😉
Liebe Grüße
Sara | missesviolet

Antworten
AVEC QUATRE
6. Mai 2019 12:00

Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag! Ganz ehrlich, ich habe erst letztens darüber nachgedacht, ob ich es auch mal ausprobieren soll, dennich tingel gerade mal bei 600 Followern rum. Letztlich habe ich es gelassen und darüber bin ich nun auch sehr froh.
Viele Grüße
Rebecca

Antworten
M.Daniela
7. Mai 2019 12:00

Danke für diesen ehrlichen und wunderbar erfrischenden Artikel!Ich verstehe auch nicht,wie man sich Follower kaufen kann….Eher im Gegenteil.Eine Zeitlang war mein Account öffentlich,wurde dann von jemanden gefaked.Sprich zwei mal ein anderer Account mit meinem Namen,(im Namen fehlende Buchstaben),selbe Follower.Google Email mit meinem echten Namen dafür verwendet….Grusselig.Daher löschte ich gut 100 Follower,blockierte manche die mir suspekt erschienen und stellte auf Privat….Umso mehr konnte ich Deine Panik nachvollziehen in diesen drei Tagen…Den abgesehen von Menschen aus fernen Ländern mit anderen Interessen,kann man sich auch gewiss schwarze Schafe an Bord holen und dann fangen Probleme erst richtig an….Also lieber authentisch sein und das Geld besser anlegen…

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