An Tagen wie diesen: Ich habe Angst   

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An Tagen wie diesen: Ich habe Angst

Vor zwei Tagen starb Miriam Pielhau an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Vergangene Woche meine ehemalige, liebe, fröhliche und witzige Kollegin Martina Servatius. Ich muss an dieser Stelle gar keine weiteren Namen nennen, denn wir alle haben sie im Kopf. Seit Jahresanfang häufigen sich die traurigen Nachrichten.
Und das macht mir wahnsinnig große Angst. Weil ich an Tagen wie diesen selbst so mit dem eigenen, irgendwann bevorstehenden Sterben konfrontiert bin. Weil ich an das kleine Mädchen denke, Miriam Pielhaus Tochter, die nun ohne Mama aufwächst. In meiner Vorstellung stelle ich mir meine Kinder vor, was – wäre – wenn. Habe ich an alles gedacht? Ist mein Testament auf Stand? Wie kann ich ihnen etwas mit auf dem Weg geben, falls mir auch etwas geschieht? Falls. Falls. Falls.
An Tagen wie diesen dreht sich alles um Verlust – und Angst.
Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Angst, selbst verloren zu gehen.
Und diese Angst sitzt tief, sie ist groß – und mächtig.
Gestern öffnete ich Facebook, war guter Dinge und bester Laune. Dann las ich die traurige Nachricht um Miriam Pielhau. Ich war und bin geschockt. An Tagen wie diesen verstehe ich das Leben nicht. Den “Sinn” von Krankheiten, wenn sie so junge Menschen, Mamas, aus dem Leben reißen. Ich begreife es nicht.Weil ich Krebs auch in der Familie kenne, bin ich schon vor Monaten sehr tief in das Thema eingestiegen, habe unzählige Bücher dazu gelesen, auch die, die sich um das Sterben drehen, wie „Über das Sterben“ von Borasio. Vor allen Dingen aber habe ich Bücher verschlungen, in denen es um Ernährung geht. Und heute glaube ich ganz fest, dass wir mit Ernährung vieles verbessern, manches vielleicht sogar hinauszögern können.
Aber ich weiß es nicht und ich weiß nicht mal, ob ich aktuell wirklich so gesund bin, wie ich mich fühle. Diese Ungewissheit macht mich fertig. Nicht zu wissen, was kommt. Sowohl bei mir selbst, als auch bei meiner Familie, den Menschen, die ich so sehr liebe.
Überhaupt bin ich in den letzten Jahren ein ängstlicher Mensch geworden. Ich weiß nicht, wann es anfing und womit. Sicherlich war es äußeren Einflüssen geschuldet, die mich für Angst sensibilisiert und empfindsamer gemacht haben.
Früher war ich immer der Meinung, dass Angst ein gutes Gefühl ist. Weil Angst auch schützt. Angst macht uns vorsichtig und kann uns in schwierigen Situationen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Angst kann uns davor behüten, in die falsche Richtung zu laufen, weil Angst uns auch mehr Nachdenken und Abwägen lässt. Angst erlaubt uns, umsichtig und behutsam mit anderen umzugehen.
Aber Angst vor Krebs, Angst, ein Familienmitglied zu verlieren, Angst, womöglich selbst betroffen zu sein – die ist nicht gut. Die schützt einen nicht. Die legt sich wie ein dunkler Schatten auf unser Herz und macht uns traurig.
Und nun haben wir dieses verflixte 2016 und vermutlich werden all die Folgejahre auch nicht besser. Kürzlich habe ich gelesen, dass bereits in 20 Jahren jeder Dritte an Krebs erkrankt sein wird. Ich weiß nicht, wo ich es aufgeschnappt habe, und ich weiß nicht, ob diese Quelle überhaupt zuverlässig ist. Trotzdem habe ich mir diese Zahl gemerkt.
Und ehrlich gesagt, kann ich mir das gut vorstellen. Krebs ist so greifbar geworden. Krebs ist allgegenwärtig.
Irgendwie kannte man früher immer jemanden über tausende Ecken, von dem man wusste, dass er oder sie daran erkrankt ist. Aber die eigene Familie war irgendwie ein geschützter Ort. Das ist nicht mehr so.Durch die vielen Bücher, die ich gelesen habe, kenne ich unterschiedliche Ansätze. Die eine Sache ist die Ernährung, die mir absolut einleuchtet. Vor dem industriellen Zeitalter, in den Zeiten vor Zucker und Weißmehl war Krebs nicht so verbreitet. Ich bin weit davon entfernt, eine Verschwörungs-Theoretikerin zu sein, aber ich glaube an die Macht der Ernährung. Ich glaube nicht, dass sie die Schuld an Krebserkrankungen trägt. Aber vielleicht, dass ein Zusammenspiel vieler Dinge, den Ausbruch einer Krebszelle überhaupt erst ermöglicht.
Die andere Sache, die wir Menschen auch selbst geschaffen haben, ist das technische Fortschreiten – die Mobilfunkstrahlung. Definitiv ist sie nicht gut für unsere Gesundheit. Und ich meine damit nicht das heimische Wlan. Ich meine all die Masten, die aufgestellt werden. In meiner nahen Umgebung stehen zwei. In weniger als 50 Meter Entfernung. Mir passt das nicht, aber was hilft das schon.
Das Problem bei der Mobilfunkstrahlung ist, dass sie wesentlich stärker ist, weil sie beim Telefonieren immerzu nach Empfang sucht. Sowohl Wlan als auch Bluetooth nutzen ebenfalls hochfrequente elektromagnetische Wellen, deren Leistung aber liegt um Klassen niedriger als beim Telefonieren. Auch aus diesem Grund wird empfohlen, nur noch mit Headset oder Kopfhörern zu Telefonieren, um das Krebsrisiko zu minimieren.

In meinem „gesunden Leben“ ist viel Luft nach oben. Wie bei einigen von uns, vermutlich. Aber Angst – Angst in dieser Form ist Stress für die Psyche. Und schlimmer als jedes ungesundes Essen, jeder Handymast. Ich weiß, dass ich einen Weg finden muss, um ihr zu begegnen. Denn auch, wenn ich vorhin beschrieben hatte, dass Angst auch ein positives Gefühl sein kann, überwiegen am Ende doch die negativen Seiten, die Bedrohlichen, die Lähmenden. Die, die uns vom Leben abhalten. Vom Genießen. Vom Dasein für unsere Kinder. Vom Stark sein und an uns glauben.

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16 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Mich hat der Tod von Miriam und all den anderen Prominenten sehr geschockt. Auch in meinem Umfeld und zuletzt in meiner alten Heimat, gingen viele Menschen Viel zu früh. Mir macht es nicht soviel Angst, vielleicht verdränge ich das auch. Aber ich denke schon über viele Sachen nach, wie Du sagst : Ist alles geregelt? Was bleibt? Was wäre wenn? Für mich bedeutet dass, zu versuchen, sich nicht mehr über jede Kleinigkeit aufzuregen, nicht Allem hinterherzujagen und mich von Menschen zu trennen, die mir nicht gut tun. Es klingt vielleicht kitschig, aber ich versuche, nicht immer alles aufzuschieben, nicht zu sagen : Irgendwann. Danke für Deinen bewegenden Blogpost.

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Du sprichst mir aus der Seele. Mir macht das auch alles Angst 😔😔😔

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Danke für den sehr emotionalen Beitrag. Es jst wie du sagst: Diese verdammte Krankheit ist allgegenwärtig – und die Angst davor ist auch bei mir sehr groß.
Und genau das ist es, was es so schwierig macht:
Man sollte ja eigentlich loslassen um das Leben zu genießen, solange es einem gut geht und nicht zulassen, dass die Angst das Leben bestimmt. Sonst hätte der Krebs gewonnen, ohne das man selbst erkrankt ist.
Wenn es etwas gibt, was Krebs vorbeugt, dann sind das sicher eine gesunde Ernährung, wenig Stress /Angst und regelm. Vorsorgetermine.
Das versuche ich umzusetzten, mal mehr mal weniger konsequent – den Rest der Krankheit blende ich aus und zwar konsequent – das ist nicht leicht aber klappt von Tag zu Tag besser. Wir haben mehr Macht über unsere Gedanken als wir glauben.
Ganz liebe Grüße,
Patricia

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    Leonie Lutz
    7. Februar 2017 12:00

    Ich bin ganz bei dir und habe immer gesagt: “GEDANKEN VERSETZEN BERGE”. Aber ich bin in den letzten Jahren von diesem Weg abgekommen, dies auch wirklich zu LEBEN. Was die letzten Tage geschah und was es mit mir gemacht hat, hat mich – trotz Ängste – wieder ermahnt, an die Kraft der (guten) Gedanken zu glauben. Und mich verdammt noch mal daran zu erinnern, wie schön, wichtig und wundervoll es im HIER und JETZT ist.
    Danke für deine Worte. Es ist so wahr!

    Antworten

Mir geht es genauso….bei mi hat es angefangen als ich meine Tochter bekommen habe…und nach dem meine Mutter an Krebs gestorben ist mit 49…habe ich so Angst krank zu sein, zu sterben. Nicht mehr da zu sein für meine Tochter…wenn ich mir das ausmale kommen mir die Tränen. Als ich das gestern gelesen habe konnte ich die ganze Nacht kein Auge zu machen. 🙁 Es ist schrecklich…ich versuche mein Ernährung zu verbessern weil auch ich denke das dass ein grosser fakor ist mittlerweile…leider ist das sehr sehr schwer

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Vielen Dank für deine Worte. Ich bin auch noch immer geschockt von der Nachricht das Miriam gestorben ist und die Angst sitzt bei mir auch im Nacke. Jetzt eben noch die Nachricht über den Terroranschlag in Nizza….ich bin sprachlos und frage mich was aus unserer Welt geworden ist. Ich glaube aber auch an die Macht von positiven Gedanken und das wir gemeinsam ganz viel bewegen können und verändern. Ich drück dich und alle hier ganz doll.
Namaste Kerstin

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Ich kann mich nur dem Artikel und den Vorrednerinnen anschließen. Die Nachricht war wie ein Schlag in die Magengrube. Ich habe auch Familienmitglieder durch den Krebs verloren und vielleicht steht der Abschied einer weiteren Person bald vor mir.
Aber: Wir konzentrieren uns immer so verbissen auf die schlechten Nachrichten, darauf, wer durch den Krebs von uns gegangen ist. Es gibt jedoch auch Erfolgsgeschichten. Es gibt Menschen da draußen, die ihn besiegt haben. In meinem Umfeld kenne ich bereits vier Personen, die den Krebs besiegten zu einer Zeit, in der die Medizin noch nicht so weit war. Sie sind heute noch bei uns.
Wenn wir uns darauf konzentrieren, nimmt es dem Krebs seine Unbesiegbarkeit … und uns vielleicht die Angst.

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    Leonie Lutz
    7. April 2017 12:00

    Liebe Monika, ja da hast du Recht! Wir konzentrieren uns auf die schlimmen Nachrichten, weil die es sind, die uns Angst machen. Gute Nachrichten machen keine Angst. Damit sie uns Mut machen, müssen wir uns manchmal auch zwingen, sie zu sehen, zu berücksichtigen und wahrzunehmen. Das gelingt oft, auch mir. Denn eigentlich bin ich durch und durch ein Optimist. Manchmal aber, da kommt es geballt – und die Angst ist dann stärker.

    Antworten

Du sprichst mir aus der Seele. Diese Gedanken scheinen gerad bei vielen Müttern ähnlich zu sein….doch gerad jetzt mit kleinem Baby auf der Brust bin ich noch anfälliger dafür. Diese Gedanken lassen mich nicht los und erschweren die Freude über das Hier und Jetzt… was eigentlich nicht sein darf. Und doch will ich einfach nur alle Nachrichten ausschalten und die Zeit anhalten. 🙁 Liebste Grüße Bella

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yvette [engel+banditen]
7. März 2017 12:00

Ich glaube, diese Angst kommt unweigerlich, wenn man Kinder hat. Ich denke auch oft- uns geht es allen so gut, alles läuft, wir sind auf der Sonnenseite des Lebens- irgendwann wird er kommen, der große Hammer… Aber ich versuche, dies einfach zu verdrängen, sonst würde ich verrückt.
GLG, Yvette

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Kerstin von tagaustagein
7. März 2017 12:00

Liebe Leonie, Du sprichst mir aus der Seele. Seit meine beiden Jungs auf der Welt sind, hat sich meine Angst vergrößert. Nicht nur die Angst,
, das den beiden etwas passieren könnte. Nein, diese Angst, das sie ohne mich oder meinen Mann aufwachsen müssen. Das wir krank werden oder sonst irgendetwas schlimmes passiert. Ich bin empfänglich für schlimme Nachrichten, kann dann nächtelang nicht schlafen. Ich schotte mich von Fernsehen und Radio weitestgehend ab, mir reichen die Facebook-Nachrichten, die hoch ploppen. Ich weiß nicht ob es an meinem Alter liegt, das diese Ängste jetzt so massiv werden. Oder an der Wahrscheinlichkeit das man sich mit 45 schon Gedanken über’s Sterben macht. Schon viele in unserem Bekanntenkreis sind urplötzlich verstorben. Der Schock sitzt jedes mal tief. Letztendlich kann man es nicht ändern. Testamente sind gemacht, vieles liegt auch nicht in unserer Hand…Liebe Grüße Kerstin

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Bevor ich noch keine Kinder hatte, hatte ich nicht viel angst im Leben, doch seitdem meine liebsten da sind habe ich oft Angst das Ihnen und mir was passiert. Wir haben seid neustem mit grünen Smoothies angefangen und versuchen schritt für schritt unsere Ernährung zu ändern. Doch manchmal fällt es einem sehr schwer wenn man wie ich Süßigkeiten gern ist oder sich wie gerade jetzt im Urlaub befindet.
Ich wollte dich gern fragen welche Bücher du gelesen hast und empfehlen kannst
Vielen Dank und lg

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    Leonie Lutz
    7. März 2017 12:00

    Liebe Zeynep, Ich schätze die Bücher von Johannes Coy, aber auch den Klassiker “Krebs mag keine Himbeeren”. Selbst empfohlen bekommen und gut fand ich auch die Bücher von
    David Servan-Schreiber.
    Im Prinzip sind sich alle in einigen Punkten einig: Zucker und Weißmehl machen krank, Brokkoli und Himbeeren können Wunder bewirken, Nüsse sind trotz oft schlechtem Ruf super. Milch mit Vorsicht genießen, (griechischer) – ungesüsst- Joghurt ist toll.
    Also das ist jetzt sehr sehr spärlich zusammen gefasst, fiel mir aber spontan ein;)

    Antworten

      Danke liebe Leonie. Das Buch vom Schreiber habe ich bereits angefangen zu lesen. In dem Buch von der Erfindern der Grünen Smoothies Veronika … wird auch geschrieben das es diese Krankheiten seit es der Industrialisierung gibt und wie du schon geschrieben hast raffinierter Zucker und Weißmehl. Die Bücher nehme ich auf meine Liste. Vielleicht gibt’s andere die mitlesen auch weitere Bücher empfehlen können?! Ich bekomm auch nun oft mit das viele auf Kuhmilch/Produkte nun verzichten.

      Antworten

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