Instagram über die Sicherheit von Kids im Netz

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Instagram über die Sicherheit von Kids im Netz

In meinen Gesprächen mit Eltern stelle ich fest, dass immer mehr Kinder unter 13 bei Instagram sind, obwohl Instagram selbst für die Nutzung der App ein Mindestalter ab 13 Jahren vorsieht. Eltern erlauben ihren Kids trotzdem die Nutzung, sorgen sich dann aber gleichermaßen um ihre Kids. Wenn man das Thema faktisch betrachtet, zitiere ich aus der KIM Studie 2018, in der es heißt:„… 17 Prozent nutzen regelmäßig Instagram“ (vgl. KIM-Studie 2018: 33). Die befragten Kinder sind zwischen 6 und 13 Jahre alt.

Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass sich Eltern an das empfohlene Mindestalter halten. Es gibt einfach Inhalte dort, die nicht für jüngere Kinder bestimmt sind. So stieß ich mit meinem Recherche-Profil auf einen älteren Hashtag, der Penisfotos zeigte – um nur ein Beispiel zu nennen. Instagram hat diesen Hashtag und die damit verbundenen Fotos jetzt gelöscht.

Am 8. Juli 2019 hat Instagram zwei neue Funktionen im Kampf gegen Online-Mobbing vorgestellt, um vor allem Teenager noch besser zu schützen. Dazu lest ihr unten mehr. Wie ernst Instagram den Schutz von Kindern nimmt und warum Eltern unbedingt den Parents Guide kennen sollten, darüber habe ich mit Mathilde Burnecki gesprochen. Sie ist Strategic Partner Manager bei Instagram.

instagram Kinder im netz

Instagram über die Sicherheit von Kids im Netz

Leonie: Kinder unter 13 Jahren dürfen laut AGB Instagram nicht nutzen, viele tun es aber doch. Auf welche Maßnahmen setzt Instagram, um Teens in der App zu schützen?

Mathilde: Zunächst – die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen ist uns sehr wichtig! Wir haben zum Beispiel Gemeinschaftsrichtlinien, denen man zustimmen muss, wenn man sich bei Instagram anmeldet. Diese legen fest, was auf Instagram erlaubt ist, und was nicht. Wenn man auf Inhalte trifft von denen man denkt, dass sie gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen, kann man diese ganz einfach melden – sie werden dann von uns überprüft und gegebenenfalls entfernt.

Und zum Thema Alter: Genau, man muss mindestens 13 Jahre alt sein, um sich bei Instagram anmelden zu dürfen – das ist Standard auf sozialen Plattformen. Um dies einzuhalten greifen wir auf automatisierte Tools und auf Meldungen aus der Community zurück. Wenn jemand ein Profil sieht, von dem er denkt, dass es von jemandem unter 13 Jahren geführt wird, kann derjenige es über dieses Formular in unserem Hilfecenter melden, damit wir den Account überprüfen und gegebenenfalls löschen können.

“Wir empfehlen Eltern, sich mit ihrem Teenager darüber auszutauschen, wie das Kind Instagram nutzt”

Warum ist die Grundeinstellung beim Öffnen eines Instagram Accounts nicht von Anfang an „privat“, das würde doch Jugendliche viel besser schützen? 

Die Option, seinen Account auf privat oder auf öffentlich zu setzen, ist ganz einfach zu finden – in den Einstellungen geht man auf “Privatsphäre” und dann unter “Kontakte” (bei Android: “Verbindungen”) auf “Konto-Privatsphäre”. Wir empfehlen Eltern, sich mit ihrem Teenager darüber auszutauschen, wie das Kind Instagram nutzt. Die Entscheidung, ob der Account öffentlich oder privat sein soll, ist dabei natürlich ein wichtiges Thema. Wenn ein Account privat ist, muss man Personen, die einem folgen möchten, bestätigen und kann sie jederzeit wieder entfernen. Inhalte können dann nur von Personen gesehen werden, die die Erlaubnis dazu haben. Man kann diese Entscheidung übrigens jederzeit ändern; wenn man bereits einen öffentlichen Account hat, kann man ihn jederzeit privat schalten. Umgekehrt natürlich genauso.

Instagram hat in diesem Jahr den Elternguide auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Viele Eltern wissen das aber nicht, und somit auch nicht, welche Einstellungen sie konkret in der App ihrer Kinder vornehmen sollten. Welche Features empfiehlt Instagram für eine sicherere Nutzung? 

Richtig, wir haben im März den Parents Guide vorgestellt, einen Ratgeber, der sich speziell an Eltern wendet und ihnen nicht nur ausführliche Informationen zu allen Sicherheitstools, sondern auch Fragen und Themen an die Hand gibt, die das Gespräch mit Kindern über Instagram erleichtern sollen. Wir hören oft aus unserer Community, dass Eltern nicht wissen, wo sie sich darüber informieren können, wie soziale Netzwerke funktionieren und was ihre Kinder dort machen. Genau dort möchten wir mit dem Parents Guide anknüpfen und Eltern und ihre Teenagerkids in einen offenen Dialog bringen. Dieser Ratgeber wurde zusammen mit Social Media und Bildungsexperten entwickelt und geht besonders auf drei Aspekte ein: Privatsphäre, Interaktionen und die Zeit, die man auf Instagram verbringt. Interessierte Eltern können ihn unter wellbeing.instagram.com/parents herunterladen; darüber hinaus stellen wir ihn regelmäßig bei Veranstaltungen wie der GLOW in Stuttgart oder der YOU in Berlin vor.

Drei Tipps daraus, die mir besonders am Herzen liegen, sind diese hier:

– Unerwünschte Interaktionen blockieren: Accounts, mit denen man nicht interagieren möchte, kann man ganz einfach blockieren. Eine geblockte Person kann die Beiträge, Stories oder Live-Übertragungen nicht mehr sehen oder kommentieren. Die blockierte Person wird darüber übrigens nicht benachrichtigt und man kann die Blockierung jederzeit aufheben.

– Kommentare verwalten: Auf Instagram kann man entscheiden, wer die eigenen Fotos und Videos kommentieren kann. Man kann zum Beispiel nur Kommentare von den eigenen Abonnenten, also nicht von Fremden, zulassen. Außerdem kann man bestimmte Wörter sperren, die nicht in den Kommentaren angezeigt werden sollen.

– Tägliche Erinnerung festlegen: Es ist uns wichtig, dass die Menschen die Zeit, die sie auf Instagram verbringen, schätzen und sich dabei wohl und sicher fühlen. Um die Zeit, die man täglich auf Instagram verbringt, im Blick zu behalten, kann man eine Erinnerung festlegen. Eine Benachrichtigung weist einen darauf hin, wenn diese Zeit erreicht ist.

instagram Sicherheit Kindern im netz

Für „Kinder digital begleiten“ habe ich auf allen gängigen Plattformen ein Kinderprofil. Nun versuchen Cybergroomer häufig, meinen Instagram-Namen herauszufinden, damit man sich dort mit Bildern austauschen kann. Ich bin überzeugt, dass Instagram dieses Problem auf dem Schirm hat, die Frage ist aber: Was kann Instagram gegen Cybergroomer tun? Bzw. Was tut Instagram? 

Wir nehmen Cybergrooming sehr, sehr ernst! Inhalte, die mit der Gefährdung von Jugendlichen in Zusammenhang stehen, sind auf Instagram nicht erlaubt und werden entfernt. Wir arbeiten mit Strafverfolgungsbehörden wie dem Bundeskriminalamt zusammen, um junge Menschen auf Instagram zu schützen und solche Inhalte zu entfernen und deren Weitergabe zu verhindern.

Zudem nutzen wir Technologie, um unangemessene Interaktionen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu identifizieren. Diese werden an unser Team zur Überprüfung gesendet. Wenn wir daraufhin Hinweise finden, dass ein Minderjähriger in Gefahr ist, löschen wir den betreffenden Account, der den Minderjährigen kontaktiert hat.

“Wir haben die Verantwortung, Menschen zu schützen und versuchen, mit unseren Richtlinien ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und Sicherheit herzustellen”

Es gibt einige sexualisierte Hashtags, die immer wieder in neuer Schreibweise aufkommen, dann aber finden sich wiederum auch alte Beiträge mit pornographischen Inhalten. Warum sind diese Beiträge noch da? 

Wie bereits erwähnt haben wir auf Instagram Gemeinschaftsrichtlinien, die festlegen, was erlaubt ist und was nicht. Wir haben die Verantwortung, Menschen zu schützen und versuchen, mit unseren Richtlinien ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und Sicherheit herzustellen. Zudem ist die Instagram Community sehr divers – kulturell und auch, was das Alter betrifft, und wir versuchen hier immer die Balance zu finden. Daher sind z.B. Fotos, Videos und einige digital erstellte Inhalte, auf denen Geschlechtsverkehr, Genitalien und Nahaufnahmen nackter Gesäße zu sehen sind, nicht erlaubt. Um gegen solche Inhalte vorzugehen arbeiten wir auch mit künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus kann die Community Beiträge an uns melden, die nach einer Überprüfung entfernt werden, wenn sie gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen.

Apropos löschen: Wenn ich als User einen Nutzer melde, wer prüft dann? Ein System oder ein Mensch? 

Unser Community Operations Team – also Menschen – prüfen jeden Inhalt, der uns gemeldet wird. Die Menschen in diesem Team sind speziell für diese Aufgabe ausgebildet; es sind Experten in Bereichen wie Kindersicherheit, Hassrede, Terrorismusbekämpfung und Recht. Sie durchlaufen umfassende Schulungen, wenn sie ihren Job antreten, und werden über diese Erstausbildung hinaus regelmäßig geschult und getestet, unter anderem mit konkreten Beispielen, wie sie die Gemeinschaftsrichtlinien einhalten und die richtigen Maßnahmen zu einer Meldung ergreifen können – auch bei Änderungen an unseren Gemeinschaftsrichtlinien. Wir überprüfen auch die Qualität und Genauigkeit der Entscheidungen der Prüfer fortlaufend, um sie zu coachen und zu verbessern, wenn Fehler gemacht werden. Das Community Operations Team prüft auf der ganzen Welt rund um die Uhr und in über 50 Sprachen Inhalte. In Deutschland haben wir dafür zum Beispiel Standorte in Berlin und Essen.

Vielen Dank für deine Zeit, Mathilde!

 

Instagram: Neue Tools gegen Online-Mobbing

Instagram stellt zwei neue Funktionen vor, um Mobbing auf der Plattform weiterhin entschlossen entgegenzutreten und den Menschen zu helfen, sich davor zu schützen. Bereits Anfang des Jahres kündigte Adam Mosseri, Head of Instagram, an, im Kampf gegen Online-Mobbing auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen zu wollen und betont dieses Vorhaben nun erneut: „Es liegt uns am Herzen, den Kampf der Branche gegen Online-Bullying anzuführen. Und dafür überdenken wir das gesamte Erlebnis auf Instagram.“

Die neuen Anti-Mobbing-Tools im Überblick:

Kommentarwarnungen (für Englische Kommentare)

Mit einer neuen, von künstlicher Intelligenz unterstützten Funktion informiert Instagram Menschen noch vor dem Abschicken eines Kommentars darüber, dass ihr Kommentar möglicherweise als beleidigend aufgefasst werden kann. Der Absender des Kommentars hat somit die Chance, seinen Kommentar zu überdenken und zurückzuziehen. Der Empfänger wird so vor dem verletzenden Kommentar geschützt. Instagram stellt diese Funktion zunächst auf Englisch zur Verfügung, weitere Sprachen folgen.

Einschränkungen (Vorankündigung)

In Kürze startet Instagram Tests, um Accounts vor unerwünschten Interaktionen zu schützen. Die neue Funktion wird es möglich machen, Personen einzuschränken. Wird ein Nutzer eingeschränkt, sind Kommentare dieser Person in Beiträgen nur für die Person selbst und den Accountinhaber, der den Kommentar erhält, sichtbar. Die Kommentare einer eingeschränkten Person können für andere angezeigt werden, indem der Accountinhaber sie genehmigt. Eingeschränkte Personen können zudem nicht mehr sehen, wenn der Accountinhaber bei Instagram aktiv ist oder ihre Direct-Nachrichten gelesen hat.

 


Über Mathilde Burnecki, Strategic Partner Manager bei Instagram

Mathilde ist seit September 2018 Strategic Partner Manager bei Instagram. Sie ist für den Ausbau und die Pflege von Beziehungen zwischen Creator auf Instagram und dem Unternehmen zuständig. Zudem ist sie Ansprechpartnerin für Medienunternehmen, die ihr Publikum auch über Instagram erreichen und arbeitet mit ihnen gemeinsam an der Umsetzung innovativer Lösungen und Ideen. Mathilde ist eine echte Expertin im Medienbereich: Sie volontierte als jüngste Mitarbeiterin beim Jugendmagazin BRAVO. Nach Stationen bei Brands wie GRAZIA und InTouch, übernahm sie im Jahr 2015 die Chefredaktion BRAVO Digital. 2017 übernahm sie die Leitung der Content-Marketing-Abteilung aller Marken der Bauer Xcel Media, unter anderem Cosmopolitan, TvMovie, Autozeitung und Wunderweib.

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Danke für die News. Und die Aufklärung. Da passiert viel im Hintergrund, wovon ich keine Ahnung habe. Hauptsache die Kids sind sicherer.

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