Kinder digital begleiten

Wir Eltern erziehen unsere Kinder mit einem großen Erfahrungsschatz aus Lebenserfahrung, Wissen und Bauchgefühl. Das tun wir, weil wir auf diese Erfahrungen zurückgreifen können; viele davon haben wir selbst gemacht. Wenn unsere Kinder in die Schule kommen, begleiten wir sie – am liebsten bis zum Klassenzimmer. Wenn wir ihnen beibringen, Fahrrad zu fahren, nehmen wir uns die Zeit und zeigen ihnen, wie es geht. Doch wenn unsere Kinder Tablets oder Smartphones nutzen – begleiten wir da auch? Viele Eltern können ihre Kinder hier nicht begleiten, weil sie schlichtweg nicht die Erfahrungswerte haben. Woher auch? In ihrer Kindheit und Jugend gab es vieles nicht. Eltern sind heute meistens bei Facebook, manche bei Pinterest oder Instagram. Gefühlt jeder nutzt Google und Online-Banking, aber was die Apps der Kinder betrifft, haben Eltern heute kaum eine Ahnung. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Tatsache, die auf viele zutrifft. Viele Eltern wissen also schlichtweg nicht, wie genau sie Kinder digital begleiten sollen, eben weil ihnen der Erfahrungsschatz fehlt. Nun bin ich nicht nur Mutter, sondern auch Bloggerin. Meine Kinder sind 5 und 16 Jahre alt und somit habe ich zwei Kinder, die ich ganz unterschiedlich digital begleite. Auch meine Kinder wachsen mit einem breiten Medienangebot auf. Wie in praktisch allen Haushalten sind bei uns Smartphones, Tablets, Computer und Internetzugang täglich in Gebrauch. Durch meinen Beruf bin ich jeden Tag im Internet unterwegs. Ich kenne ALLE Apps, die meine Kinder nutzen, und habe meinen Kindern gegenüber einen digitalen Vorsprung, eben weil ich es auch beruflich mache. Ich kenne die Funktionen und Einstellungen und ich weiß, was bei Teenagern heute abgeht. Dabei sehe ich: Das Internet ist nicht nur toll. Im Internet passieren auch schlimme Dinge. Und davon möchte ich anderen Eltern erzählen, damit sie wissen, wo Gefahren lauern und wie man Kinder davor schützt. 

kinder digital begleiten

Im Dezember 2018 habe ich begonnen, an meinen Onlinekurs “Kinder digital begleiten” zu arbeiten. Mein Ziel war es: Einen Guide, einen Kurs für Eltern anzubieten, die im Alltag keine Zeit finden, sich in alles selbst einzuarbeiten. Denn das ist eine Menge. Man muss sich tagelang mit Dingen beschäftigen, um sie zu verstehen. Die App-Betreiber machen uns es natürlich auch nicht einfach. Im Zweifel wollen die einfach gar nicht, dass wir ihre seitenlangen AGBs durchlesen.

Ich habe die AGBs durchgelesen und nahezu jede App, die die meisten Kinder nutzen, getestet. Viele Dinge wusste ich, weil ich sie täglich für meine Arbeit als Bloggerin nutze. Vieles aber hat mich schockiert, wütend gemacht. Es gibt Tage, da weine ich bei meinen Recherchen, weil ich Dinge sehen muss, die ich nicht sehen wollte. 

Das Internet als Kind erleben

Für eben diese Recherchen bin ich im Internet mit dem Profil eines 13-Jährigen Mädchens unterwegs. Ich wollte einfach wissen: Wie sind die anderen zu einem, die einen gar nicht kennen, aber sehen: Hey, da ist das Profil einer 13-Jährigen!

Nächsten Monat werde ich meine Recherchen beenden und alle meine Ergebnisse aufschreiben, in Videos, Texten und Podcasts teilen. Schon jetzt habe ich Cybergrooming und sexuelle Belästigung erfahren. Ich habe Nachrichten von – vermutlich – Pädophilen erhalten und belästigendes Videomaterial, welches ich zur Anzeige brachte. Penisfotos gehörten da eher zu den harmloseren Dingen … 

Ich habe Apps gelöscht, die ich bislang ganz nett fand und meinen Töchtern auch bestimmte Apps verboten. Obwohl ich immer der Meinung bin: Verbot ist der falsche Weg, Begleitung ist die Lösung – musste ich mich bei diesen besagten Apps selbst korrigieren – und sie den Kindern verbieten.

  • Wenn man das Internet als Kind erlebt, so wie ich es bei meiner Recherche tue; 
  • Wenn man sieht, welche pornografischen Erfahrungen unsere Kinder machen müssen und sich fragt, was das eigentlich mit ihrer eigenen Sexualität macht;
  • Wenn man sein Kind schützen will, aber nicht weiß, wie genau. Dann ist es Zeit für mehr Medienkompetenz unter Eltern. Und es ist eben verdammt zeitintensiv, sich alles selbst anzueignen und Infos zusammenzusuchen.

Das merke ich auch an mir, obwohl ich beruflich im Internet zuhause bin. Seit Dezember recherchiere ich jeden Tag mehrere Stunden, ich schreibe alles auf, bündle Informationen und erstelle PDFs, die ich im Sommer ebenfalls zum Download anbieten werde.

Mit meinen Onlinekursen zu „Kinder digital begleiten“ möchte ich erreichen, dass Eltern danach „digital auf Augenhöhe“ mit ihren Kids sprechen können und einfach den kompletten Durchblick haben. Denn je älter die Kinder, desto mehr Wissen haben sie. Teilweise wissen Kids bei verschiedenen Apps und Einstellungen heutzutage viel mehr als ihre Eltern. 

#kinderdigitalbegleiten

Kinder brauchen im Netz Regeln, und zwar von uns Eltern. Wenn wir ihnen da keine guten Partner sind, legen sie ihre eigenen Regeln fest. Je nach Alter der Kinder muss das ganz dringend geändert werden. 

Nicht nur, weil Eltern auch im Netz dafür haften, was ihre Kinder tun. Sondern vor allem um Kinder zu schützen! Darum geht es! Und darum, Kinder aufzuklären. Aufgeklärte Kinder, die durch ihre Eltern erfahren haben WAS passieren kann und welche Art Täter es gibt und wie diese vorgehen sind viel eher geschützt. Das aber bedeutet, dass Eltern wissen müssen, was bei YouTube, Minecraft, Fortnite, Whatsapp, KIK, Instagram, tellonym, Snapchat & Co abgeht. 

Viele Eltern sorgen sich davor, dass ihr Kind im Internet von Fremden kontaktiert wird, dass es an Personen gerät, die dem Kind schaden wollen oder dass das Kind Opfer von Cybermobbing oder sexueller Belästigung wird.

Und wenn ich auf den Stapel neben mir und auf meine Notizen aus den Recherchen blicke, kann ich diese Sorge verstehen – denn sie ist berechtigt. Und die einzige Möglichkeit, wie Eltern hier einen sicheren Raum schaffen können ist, die Kinder digital zu begleiten. Um dies auch tun zu können, müssen Eltern digital gebildet sein.

Meine Kurse sind für:

  • Eltern, deren Kind bereits ein Smartphone hat und die sich selbst zu wenig damit auskennen, weil ihnen schlichtweg Zeit oder Erfahrung dafür fehlen. Mehr erfahren. 
  • Eltern von Grundschülern, die gerade überlegen, wann der richtige Zeitpunkt für ein Smartphone ist: Mehr erfahren.  
  • Eltern mit Kleinkindern, denen ich einen eigenen Kurs widme: Mehr erfahren. 

Mein Credo ist: Es kommt der Moment, da können wir Kindern die digitale Nutzung nicht mehr verbieten. Und das sollten wir auch nicht, weil digitale Medien auch ein wunderbares Mittel sein können, Dinge zu erlernen. Darauf werde ich ebenfalls eingehen. Auf die guten Seiten des Internets und Angebote, die für verschiedene Altersklassen geeignet sind.

 

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wow Leonie! So ein wichtiges Thema, das wirklich alle Eltern betrifft. Ganz große Klasse! Ich bin ganz gespannt auf den Kurs.

    Antworten
    • Danke Steffi! Ja, du sagst es – es ist sehr wichtig. Kurs dauert noch ein bisschen, es ist wahnsinn, wie viel man recherchieren kann, wenn man ganz tief in das Thema eintaucht.

      Antworten
  • Hab mich direkt angemeldet!

    Antworten
  • ich schaffe es nicht mich anzumelden 🙁 wenn ich auf den Onlinekurs klicke passiert nichts 🙁 wie kann ich es anders machen?

    Antworten
    • Möchtest du den Newsletter abonnieren? Ich trage dich ein, dann müsste eine E-Mail kommen.
      Der Onlinekurs erscheint im Sommer, du wirst dann automatisch informiert.
      Liebe Grüße
      Leonie

      Antworten
  • Ich find das total toll und werde jetzt dann auch endlich deinen Kurs machen. Ich hätte aber noch eine Frage an dich: Ist evtl. auch ein Kurs für die Kinder in selbst in Planung? Ich fände es eigentlich toll, wenn meine Tochter, bevor sie das Handy bekommt, erst mal ein bisschen Hintergrundwissen bekommt und dann eben auch selbst vieles besser bewerten udn einschätzen kann.

    Antworten
    • Liebe Annika,

      das freut mich sehr! Für Kids plane ich in naher Zukunft keinen Kurs, da es wichtig ist, dass erstmal die Eltern wissen, was bei Kids&Teens online abgeht.
      Ich werde aber oft danach gefragt und kann mir das perspektivisch gut vorstellen 😉

      Antworten

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