WhatsApp Kettenbriefe

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WhatsApp Kettenbriefe – Mechanismen und Methoden

WhatsApp Kettenbriefe sind kein Phänomen, das nur Kinder betrifft. Auch Eltern bekommen Kettenbriefe, Großeltern haben teilweise auch ziemlich großen Spaß am Weiterleiten, dabei sind Kettenbriefe nach den Nutzungsbedingungen von WhatsApp unzulässig. Enthalten Kettenbriefe drohende Inhalte, wie es zum Beispiel beim Momo-Kettenbrief der Fall ist, dann warnt die Polizei München, “dass die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit vorsätzlichen Drohungen regelmäßig eine Straftat darstellt und dementsprechend als Nötigung verfolgt wird”.

In meiner Themenwoche “Kettenbriefe”, die auf meinem Instagram-Kanal Kinder digital begleiten und in meiner kostenlosen Facebook-Gruppe lief, stellte ich verbreitete Kettenbriefe vor, die Eltern oder Kinder betreffen können.

whatsapp kettenbriefe

Gefahr bei WhatsApp Kettenbriefen

Je nach Alter der Kinder und je nachdem, wie digital gebildet sie sind, können Kettenbriefe massiv verunsichern. Bei Instagram haben mir Mütter von den unterschiedlichsten Verhaltensweisen ihrer Kinder berichtet, nachdem sie einen Kettenbrief erhalten haben. Viele Kinder, so schrieben mir die Mütter, kamen zu ihren Eltern, die die Nachrichten entkräften konnten. Es gibt und gab aber auch Fälle, da haben Kinder wieder bei ihren Eltern geschlafen oder sich eingenässt vor Sorge. Das sind Einzelfälle, aber auch die gilt es zu verhindern. Wenn Eltern wissen, welche Arten von Kettenbriefen es gibt, sollten sie also ganz offen mit ihren Kindern darüber sprechen und auch den Ursprung der Briefe kennen.

Welche Kettenbriefe gibt es?

Kettenbriefe sind auch Teil meines großen Kapitels „Gefahren im Netz“, das ihr in meinem Online-Kurs für Eltern von Grundschülern und Teens als Video findet. Wie man mit Kettenbriefen umgeht, dazu lest ihr mehr am Ende dieses Beitrags. Kettenbriefe sind übrigens gespickt mit Rechtschreibfehlern, die ich hier nicht entfernt habe.

Momo

Momo taucht seit Jahren in Wellen als Kettenbrief bei WhatsApp auf und soll angeblich auch in „gehakten“ YouTube Videos gesehen worden sein, wofür bislang aber tatsächliche Belege fehlen. Zum Hintergrund: Momo war ursprünglich die Statue des japanischen Künstlers Keisuke Aiso, der diese aber zerstörte, nachdem er mitbekommen hatte, was mit seinem Kunstwerk im Netz passiert. Dennoch taucht Momo immer wieder auf und verängstigt Kinder sehr! Momo schreibt: “Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben. Ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest, dass ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim Schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter. Du glaubst mir nicht?Angelina hielt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter. In der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres Zimmers sie wollte nach-gucken doch auf einmal rannte etwas auf sie zu. Am nächsten Morgen wurde sie tot in ihrem Bett gefunden .Tim schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein auf ….“  US-Medien berichten, eine Filmfirma habe sich das Thema gesichert, um daraus einen Horrorfilm zu drehen – suboptimal, weil das Momo-Thema dann vermutlich wieder aufkommt, UND weil der Kettenbrief eine neue Tragweite bekommen könnte. 

Teresa Fidalgo
Wie schon im Fall Momo ist auch der Kettenbrief um Teresa Fidalgo (manchmal auch mit einem Buchstabendreher als Teresa Figaldo unterwegs), besonders schockierend für Kinder, weil er mit der Angst der Kinder spielt. Zum Hintergrund muss man wissen: Teresa Fidalgo ist eine fiktive / fiktionale Figur des Horrorfilms “A Curva” des portugiesischen Produzenten David Rebordão. Der Clip, der um Teresa kursiert und im Kettenbrief angetriggert wird, war als Werbevideo für den Horrorfilm gedacht.
Teresa schreibt: “Heute ist das 26. Jahr, dass ich tot bin. Wenn Du dies nicht an 20 Personen schickst, schlafe ich heute neben dir im Bett, FÜR IMMER. Wenn Du es nicht glaubst, schreib meinen Namen in Google. Wer es nicht glaubt, schaut Euch das Video an.“ 
Was dann passiert, schürt natürlich die Angst, weil Kinder im Zweifel Teresas Aufforderung folgen und Google nutzen. Wenn sie dort „Teresa Fidalgo“ eingeben, werden sie prompt das Werbevideo finden. Je nach Alter der Kinder kann es also das Gefühl untermauern: „Das stimmt ja wirklich!“ 
Was natürlich nicht so ist! Daher auch hier: Kinder schützen, in dem man sie darüber aufklärt, welche Mechanismen es bei Kettenbriefen gibt und dass diese immerzu frei erfunden sind!

 

Gewinnspiel-Kettenbriefe

Im Vergleich zu Momo und Teresa sind Gewinnspiel-Kettenbriefe auf den ersten Blick harmlos, weil sie keine Angst machen, haben dann aber natürlich ein anderes Ziel: Daten abgreifen. Autohäuser verschenken nicht einfach so Autos, Milka hat sich längst vom Schokokorb-Gewinnspiel distanziert, ebenso verschenkt auch Adidas weder Schuhe noch Trikots, und auch H&M oder dm verscherbeln über WhatsApp Kettenbriefe keine Gutscheine. Auch gern geteilt: Die McDonalds-Essensgutscheine! Die es auch nicht gibt … Warum das Ganze? Ganz klar, es geht darum, an eure Daten zu kommen. Und teilweise auch um die Daten eurer Kontakte. Und wenn die an Werbe-Netzwerke verkauft werden, habt ihr langfristig nicht nur ein nerviges Spam-Problem in eurem E-Mail Postfach.
Aber, wie erkennt man ein wahres oder unwahres Gewinnspiel?

  1. Echte Gewinnspiele haben Teilnahmebedingungen verlinkt, weil dies gesetzlich so geregelt ist. Fehlen diese, könnt ihr davon ausgehen, dass es sich um einen Fake handelt. In den Teilnahmebedingungen oder AGBs sind die Eckdaten des Gewinnspiels vermerkt, Start und Ende, Laufzeit, Veranstalter, Gewinn-Ermittlung, Gewinn-Benachrichtigung, Datenschutz, Rechtsweg, Geltendes Recht und Gerichtsbarkeit.
  2. Man kann den Wahrheitsgehalt von Gewinnspielen auch prüfen, in dem man „richtig“ googelt. Hierzu einfach die Überschrift mit Anführungszeichen in Google setzen, dann wird man sehr schnell fündig. Oder alternativ den angeblichen Absender (zum Beispiel McDonalds) zusammen mit dem Begriff „Kettenbrief” googeln, dann kommen auch prompt Ergebnisse.
    Denkt immer daran: Nichts ist umsonst. Was im Internet kostenlos erscheint, wird mit Daten bezahlt. Euren Daten.

Textbomben

Textbomben sind fies, weil sie im Zweifel eure Geräte oder Messengerdienste lahmlegen. Anfang letzten Jahres hat exakt so eine Textbombe zahlreiche Macs, iPads und iPhones runtergefahren. Kommt die Nachricht auf den Computer, hilft nur, VORHER geschützt zu sein. Zum Beispiel über Kindersicherungen. Bekommt man so eine dubiose Nachricht aufs Handy (zum Beispiel mit dem Text: This is very interesting … Read more – oder „Klick auf den schwarzen Punkt“) solltet ihr sofort in den Flugmodus wechseln und NIEMALS „Read more“ o.ä. anklicken. Ist euer Gerät dann im Flugmodus, sofort die komplette Konversation mit der Person löschen und blockieren. Ob dies auch bei künftigen Textbomben sicher wirkt, kann ich nicht beurteilen, das jedenfalls half beim Fall im vergangenen Jahr. Textbomben enthalten unsichtbare Schriftzeichen, daher einfach nie etwas anklicken, solltet ihr so eine Nachricht bekommen …

Nico

Die schlimmsten Kettenbriefe bei WhatsApp drohen mit dem eigenen Tod, dem Tod von Mutter/Vater oder schweren Gebrechen, die einhergehen, wenn man die Nachricht nicht teilt. Nach diesem Muster funktioniert auch Nico, der als Sprachnachricht kommt. Das sagt Nico: „Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt und habe keine Hände mehr und mein Gesicht ist voller Narben und Blut. Wenn du diese Nachricht nicht an 20 Leute schickst, komme ich um 0.00 Uhr zu dir. Du glaubst es nicht? Anna Weinfeld hat es einfach ignoriert, sie glaubte nicht daran. Um 0.00 Uhr hörte sie komische Geräusche aus dem Flur, sie ging in den Flur und sah mich. Sie schrie um ihr Leben. Aber naja, ich brachte sie um und keiner hat sie mehr wieder gesehen. Du glaubst mir immer noch nicht? Tim Schnälzer hat es nur an 5 Leute geschickt, er selbst sitzt heute im Rollstuhl und kann sich nicht mehr bewegen. Lars Berger hat es allen Leuten geschickt. Er hat eine tolle Familie und ist reich geworden. Wenn du es nicht weiterschickst wirst du morgen nicht mehr leben, oder du schickst es weiter und wirst viel Glück haben. Was bedeutet deine Mutter dir? Ohne sie wären wir nicht wir. Schicke dies in 20 Minuten an 20 Leute. Wenn du es nicht tust, wird deine Mutter in 5 Jahren ermordet. Beeile dich, wenn du deine Mutter liebst. Ein Kind hat einen Beweis. Er wollte es nicht weiter schicken – 5 Jahre später wurde seine Mutter ermordet.“

Damian, Clarissa und Co

Ich könnte euch noch von Damian oder Clarissa erzählen, Kettenbriefe mit blutigen Inhalten. Die Sache ist nur die: Sie spielen wie auch Teresa Fidalgo, Nico oder Momo mit Urängsten von Kindern und sind somit keine „News“, sondern folgen den Mechanismen, an denen sich auch Teresa, Nico und Momo bedienen. Seid einfach immer mit euren Kindern im Dialog, wenn sie schon ein eigenes Smartphone haben, erzählt von den Kettenbriefen und dass diese IMMER erfunden sind und NICHTS passieren wird. Egal, ob der Absender Nico, Clarissa, Damian oder Momo heißt. Auch Erwachsene sollen übrigens via Kettenbriefe in Panik geraten, immer mal wieder ploppt die chemisch versuchte CD auf, die im Briefkasten liegt. (Aktuell auch wieder!) ABER: Nichts daran ist wahr, daher: Nachrichten löschen und niemals weiterleiten. Ein Tipp noch: Schaut öfters mal bei onlinewarnungen.de vorbei, da werden die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen

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Die wichtigste Frage: Wie kann man Kinder schützen?

Aufklärung ist hier besonders wichtig! Kinder sollten von der Existenz solcher Briefe wissen, sobald sie Messenger nutzen. Auch sollte man mit Kids altersgerecht über den Ursprung der Briefe / Fakepersonen sprechen, also selbst den Ursprung kennen. Laut AGB von WhatsApp ist die Verbreitung von Kettenbriefen unzulässig, daher empfehle ich, im Klassenverbund und Freundeskreis gemeinsame WhatsApp-Regeln festzulegen: Wir haben diese damals beim Elternabend fixiert und ins Protokoll aufgenommen, damit auch die Eltern davon erfahren, die nicht beim Elternabend waren.

 

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