Camping im Regen: Mit dem Carado Wohnmobil in Tirol

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Camping im Regen: Mit dem Carado Wohnmobil in Tirol

​Camping im Regen – das war natürlich anders geplant. Ich fange einmal die Geschichte so an, wie ich sie mir eigentlich vorgestellt hatte: Wir mieten uns in ein herrschaftliches Wohnmobil von Carado ein, fahren als Familie für eine Woche Richtung Tirol, machen Halt im wunderschönen Tannheimer Tal, verbringen den ganzen Tag draußen. Wir frühstücken in der Sonne und bleiben einfach so lange an der frischen Luft, bis die Sonne nicht mehr unsere Nasen kitzelt. Wir leben einfach so in den Tag hinein, haben Zeit und Muse für gute Bücher, und trinken vielleicht schon um 17 Uhr das erste Bierchen, wenn wir den Grill anwerfen. So war der Plan. Und wie das im Leben so ist, wenn man einen Plan macht: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich sag mal so: Schön-Wetter Camping kann ja jeder!

Carado Wohnmobil

Ich muss zugeben, ich hatte mich nicht wirklich gut auf unseren Camping-Urlaub vorbereitet. Das war so ein bisschen der fehlenden Zeit geschuldet, ich habe bis kurz vorher gearbeitet und dachte, ach – das wird schon irgendwie. Bei Facebook und Instagram bekam ich dann 24 Stunden vorher noch eine Menge Support von vielen Leserinnen. Uff – das hat mich gerettet! Vor allem die Tipps von Kerstin (Blog tagaustagein) und die Excel-Liste von Annika – wow. Danke nochmal an euch und all die anderen, die uns quasi Last Minute ausgeholfen haben {hier könnt ihr alle Tipps der anderen nachlesen, welche MUST HAVES man beim Camping dabei haben sollte}.

Die für uns wichtigsten Tipps waren:

  • 2 Fußmatten: eine für innen, eine für außen
  • Box mit Deckel für die Schuhe, außen
  • Stromkabel
  • Markise oder – noch besser – Vorzelt
  • Gummischuhe, am besten Crocs, alternativ Adiletten oder so (Flip Flops sind bei Regen unpraktisch)
  • Anti-Rutschsocken für drinnen oder Wohlfühlsocken
  • Baby-Feuchttücher, weil man notfalls bei Matsch und Regen auch mal eben die Schuhe damit sauber kriegt (und alles andere auch ;))
  • Zusätzliche Decken & Plaids, weil die Nächte kalt werden könnten – wir hatten zuletzt 13 Grad nachts und konnten den T448 zum Glück beheizen
  • Kleine Wasserwaage zum Ausrichten des Wohnmobils, damit auch alle gerade schlafen
Ich bin also ziemlich unbedarft an unseren ersten Camping-Urlaub rangegangen, zumal die Basics einfach geregelt waren: Den T448 von Carado holen wir im Allgäu ab, Movera legt noch ein riesen Ausstattungspaket dazu. Ultragemütliche Relaxsessel von Lafuma, ein superpraktischer Tisch mit Ablagenetz unten, Melamin-Geschirr-Set und Töpfe sind also schon mal da – hilfreich, wenn man zum ersten Mal campt und nicht weiß, ob es sich überhaupt lohnt, all die Anschaffungen selbst zu tätigen.
Bis kurz vorher arbeiteten wir die Tipps vieler Leserinnen ab, packten immer mehr ins Auto und los ging’s: Camping, wir kommen! An unserem Anreisetag herrschte Sonne satt, knappe 30 Grad strahlten im Allgäu bei der Abholung – yeah!
Die Nacht kam und mit ihr der Regen. Na gut, erste Nacht – ein bisschen Regen, was ist das schon? Und so hatten wir an Tag zwei dann immer noch ein bisschen Regen, aber auch Sonnenstunden. Mit Gummistiefeln und Regenjacken konnten wir die wunderschöne Gegend erkunden, in Pfützen springen, durch die nassen Gräser schlurfen und im Dorfcafé auf einen warmen Apfelstrudel mit viel Sahne und Vanilleeis einkehren. Abends blieb es – zunächst – trocken und wir packten sogar den mitgebrachten Grill aus. Wir waren glücklich. Das ist also dieses Camping, von dem alle schwärmen. Schööööön! ​
Herrlich an Campingplätzen ist ja: Jeder um dich herum sieht sofort, dass du keine Ahnung von dem hast, was du tust. Jeder sieht, ach guck – die campen zum ersten Mal. Und fast jeder spricht dich darauf an und hat Tipps parat. Diese Tipps haben uns ernsthaft gerettet! Denn schon nach unserem Grillen am Abend von Tag zwei gab es eine Unwetterwarnung von der wir nur erfahren haben, weil unser gesprächiger Nachbar mir erklärte, wie wir uns fit für diese „gefährliche“ Nacht machen sollten. Kaum ausgesprochen ging es dann auch schon los mit dem Starkregen. Es folgten Blitz und Donner, und noch mehr Regen. Es musste schnell gehen: Camper vom Strom nehmen, alles ins Mobil räumen, die Markise – also das Vordach – komplett einfahren, damit sie sich nicht einmal ums Wohnmobil legt. Das wäre dann ja eher nicht so gut … ​

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten: Regen und Gewitter sollten bleiben. Na herrlich. Und plötzlich wurde uns klar, wie glücklich wir uns doch schätzen können, den T448 und kein Zelt zu haben. Wir waren im Trockenen, während der Starkregen draußen Stellplatz für Stellplatz unter Wasser setzte, der Wind toste und Blitz und Donner veranstalteten einen so heftigen Trubel, als hätten sie das ganze Jahr über keine Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Dennoch: Dabei hatten wir auch wirklich gemütliche Momente. Weil man als Familie buchstäblich nochmal enger zusammen rückt. Weil das Familienbett im Wohnmobil so herrlich kuschelig ist. Weil wir einfach alle am Abend noch eine Folge Bibi Blocksberg hörten, um die Allerkleinste vom Wetterlärm draußen abzulenken. Ja, diese Momente hatten wir. Und ich möchte sie nicht mehr missen.

Und wir haben ein paar Dinge gelernt, die erfahrene Camper wissen, für uns aber neu waren:

  • Im Regenfall die Markise an einer Seite 20 cm absenken, damit das Wasser ablaufen kann
  • Bei Gewitter das Wohnmobil unbedingt vom Strom nehmen, wegen Überspannungsgefahr
  • Tisch und Stühle bei Unwetter reinräumen, damit sie nicht über den Camping-Platz fliegen, Markise zurückbauen
  • Wer ein Vorzelt hat: Es gibt spezielle “Gurte”, mit denen man das Zelt bei Wind stabilisieren kann. Gute Sache!

 

Wir hatten uns mit der Situation arrangiert – aber fanden es schade. Ich persönlich fand es eben vor allem für die Kinder schade. Denn an „Anschluss finden“ auf dem Camping-Platz war nicht zu denken. Alle verbarrikadierten sich in ihren Wohnmobilen oder Caravans, die Tage überbrückt man mit Indoor-Spielplatz und Hallenbad, bis die durchnässte Regenkleidung wieder tragfähig ist. Zum Wochenende hin zwei Lichtblicke: Die Sonne sollte kommen und mit ihr unsere Großfamilie. Zum Geburtstag meines Vaters lud er die ganze Family ins Wellness-Hotel. Wir schliefen zwei Abende zwar wenig aber ruhig, wir aßen für zehn, und als die Sonne rauskam radelten wir alle zusammen zum Schönsten aller Seen in dieser Gegend: Den Vilsalpsee. Wir führten unsere Dirndl aus, wanderten auf einen Kaiserschmarrn zur Jausenstation „Klein Meran“, entdeckten die tolle Gegend bei einer Kutschfahrt und überhaupt schien unser Wetter-Pech vergessen. Mit dem Ende unseres Familienwochenendes am Sonntag mittag kam er dann aber wieder aus dem Nichts  – der Regen. Erfahrene Camper waren wohl darauf vorbereitet, denn unser Campingplatz hatte sich ziemlich geleert. De Zelte waren längst weg, selbst die Dauercamper hatten ihre Bleibe verlassen. Aber wir, wir waren noch da. Beziehungsweise: wieder.

Klar hätten wir abreisen und die Flinte ins Korn werfen können. Aber dann hätten wir auch nicht so ein Abenteuer erlebt. Klar hätten wir weiterziehen können Richtung Süden – aber der Camper musste in zwei Tagen zurückgegeben werden, da macht man dann keine großen Sprünge mehr. Denn: Für Sonne satt hatten wir etwa 300 Kilomeer weiter fahren müssen. Bei zwei offenen Tagen also nicht wirklich lohnenswert.

Wir waren traurig. Wir alle hatten unsere Vorstellung von einem Urlaub im Camper. Und alles sollte anders kommen. Trotzdem aber werden wir immer von dieser besonderen Reise erzählen!

Und ich weiß auch: Im Wohnmobil Regentage zu haben ist Jammern auf hohem Niveau. Natürlich ist mit Sonne alles schöner. Auch unser Alltag hier in Köln. Aber wie immer im Leben gibt es keine Garantien fürs Wetter. Was ich für mich gelernt habe: Camping nur mit einem Wohnmobil. Denn da hat man auch bei schlimmen Wetterverhältnissen immerhin noch einen Rückzugsort, in dem es sich aushalten lässt.

Ansonsten empfehle ich:

  • Besorgt euch ein Wohnmobil mit zusätzlichem Vorzelt, dann habe ihr auch bei Regen noch genügend Platz
  • Achtet schon beim Einparken auf eurem Stellplatz darauf, dass das Wohnmobil gerade steht, sonst schlaft ihr schräg, und das ist auf Dauer ziemlich ungemütlich
  • Wenn ihr das Bad und Toilette im Wohnmobil nicht nutzen möchtet: Bucht euch, falls vorhanden, ein Familienbad. Hatte ich für 8 Euro / Tag gefixt und das war wirklich herrlich. Wir hatten unser eigenes Bad mit Schlüssel, konnten alles stehen lassen und schön warm war es dort auch
  • Sprecht viel mit euren Nachbarn, ihr werdet eine Menge lernen
  • Packt Ohropax ein. Starkregen kann mitunter im Wohnmobil so laut sein, dass man sich nicht mehr unterhalten kann. Ein- und Durchschlafen werden zur Herausforderung. Daher: Unbedingt Ohropax ins Gepäck!
  • Spart beim Gepäck (ich hatte zwei Outfits pro Tag und die hätte ich mir schenken können!) Man trägt auf dem Platz einfach immer ähnliches. Kein Scherz, aber 2 Pullover und 2 Hosen für eine Woche sind komplett ausreichend. T-Shirts und Unterwäsche aber natürlich für jeden Tag

Wollt ihr mal ein Blick in unser Wohnmobil werfen? Das ist der T448 aus dem Hause Carado:

 

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Viel Platz für alles: Der Carado T448.

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Koch-Situation. Zwei Töpfe plus Pfanne lassen sich auf dem Gasherd problemlos gleichzeitig platzieren.

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Schlafecke für mindestens drei Personen. Über der Essensecke befindet sich ein weiteres Bett.

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Blick in die Fahrer-Kabine. Damit nachts alles dunkel ist, lässt sie sich mit einem Vorhang schließen.

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Die Essensecke und im Hintergrund der blickdichte Rollo. Wahlweise auch ohne oder nur in der Mückenschutz-Variante vorhanden.

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Das Lenkrad des Carado T 448 für eine geschmeidige Fahrt.

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Gasherd mit drei Koch-Möglichkeiten.

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Platz für 4-6 Personen am Tisch.

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Direkt am Eingang und von uns als Schuh-Schrank genutzt: Kleines, verstecktes Staufach.

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Hier darf geschlafen werden.

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Fahrradträger auf der Rückseite.

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Ganz wichtig: Stromanschluss, damit Kühlschrank, Licht & Co funktionieren.

Bild

Praktisch für Tisch, Stühle, Zelt und Co: Riesen Ladefach hinten.
Übrigens: Wir waren auf dem Campingplatz Comfortcamp Grän und vermutlich habe ich mich bei der Buchung vom Namen blenden lassen. Der Platz war ok, die sanitären Anlagen wirklich tip top. Service und Freundlichkeit leider total enttäuschend, Altersstruktur am Platz ebenso, da kaum andere Familien mit Kids sondern eher ältere Semester dort urlaubten. Für junge Familien raten wir also eher ab. ​​
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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Trotz miesem Wetter sieht es toll aus und sehr kuschelig.
Ich hoffe sehr, dass ihr trotzdem auch eine schöne Zeit hattet.
Liebste Grüße, Alina

Antworten

Sieht auf alle Fälle extrem gemütlich aus! Ich hoffe, euch ist die Lust am campen nicht ganz vergangen und ihr probiert es noch einmal aus 🙂

Antworten
    Leonie Lutz
    7. April 2019 12:00

    Ja, das machen wir nochmal! Dann aber eher so, dass man mehr Sonnengarantie hat. Südfrankreich wäre ja auch eine tolle Option 🙂

    Antworten

Ne ne ne – brauchste nich, sowas! Aber Camping ist toll und ich hab den Männe jetzt auch überredet, dass wir nächstes Jahr so ein Teil mieten (Der Wohnwagen meiner Schwiegereltern ist nicht halb so komfortabel und viel zu klein). Danke für den Einblick, Bella

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