TikTok App: Kinder digital begleiten

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TikTok App: Kinder digital begleiten

TikTok hat in 2018 musical.ly abgelöst, daher habe ich diesen Beitrag heute aktualisiert. Kids und Teens heute sind nicht mehr bei Facebook. Denn, da sind die Eltern oder womöglich sogar die Großeltern – scheidet für coole Teenies also aus. Instagram, Snapchat, WhatsApp und eben TikTok gehören hingegen zu den Top-Apps bei Kids.

Was aber ist TikTok? Wie funktioniert das? Und warum nutzen das weltweit mehr als 500 Millionen Menschen??

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Vorab: musical.ly machte mir immer Spaß! Tatsächlich hatte es auch mir als Mama  wirklich viel Freude bereitet, mit meiner großen Tochter musical.lys zu erstellen. Das Prinzip ist ziemlich simpel: Man bewegt die Lippen zu Musik, die eigene Stimme wird dabei also nicht aufgenommen – es ist eine Art individuelles Playback. Somit kommt es nicht auf die Stimme, viel mehr aber auf die Performance an, die man abliefert. Jeder Clip geht 15 Sekunden und ist damit ein super kurzes Musikvideo. Das kann man dann auch noch mit Filtern und Effekten bearbeiten und dann hochladen – oder auf dem eigenen Gerät speichern.

Letzteres erschien mir sicher. Doch auch ich war nicht up-to date. Mittlerweile heißt muscial.ly TikTok und es finden sich kritische, problematische Inhalte wie Verletzungen oder Hassvideos, außerdem Pädophile, die sich hier hier an Kinder ranmachen, mit ihnen in Kontakt treten (!) und ihre Videos auf “anderen Plattformen” weiterverbreiten.

Weil es eine Menge solcher Entwicklungen gibt, werde ich in meiner kostenlosen Facebook Gruppe KINDER DIGITAL BEGLEITEN bis zum Sommer 2019 nach und nach viele Anregungen für Eltern posten.

Und was TikTok angeht: eigentlich sollte man seinem Kind die App verbieten, das zeigt auch ein Blick nach Indien: Dort wurde TikTok im April 2019 nach einem Gerichtsurteil sowohl bei Google als auch Apple aus den App Stores genommen. Mit diesem Schritt wurde ein Gerichtsurteil umgesetzt. Die Kritik: TikTok bietet eine Plattform für pornografische Inhalte und verhindert nicht, dass Pädosexuelle in Kontakt mit Kindern treten. Leider ist die App wieder in den Stores, momentan (Stand Juli 2019) prüfen britische Datenschützer die Video-App.

 

TikTok nutzen – 10 wichtige Punkte, die Eltern wissen sollten

  1.  Wenn ihr TikTok nicht löschen möchtet, empfehle ich euch nach Download und Anmeldung in der App, das Profil für eure Kids sofort in den privaten Modus zu stellen. Einfach in die Einstellungen gehen und den entsprechenden Button unter „Privatsphäre und Sicherheit“ aktivieren. Das ist wirklich wichtig, denn wenn Kinder TikTok öffentlich nutzen, bekommen auf der ganzen Welt Menschen diese Videos zu Gesicht. Eine seltsames Vorstellung, oder? Es ist aber ja nicht nur so, dass andere überall auf der Welt, Männer wie Frauen, Junge wie Alte, das Video eures Kindes sehen – sie können es auch Kommentieren und mit ihren Worten euer Kind eben auch kränken, bloßstellen oder verletzen. So ein Video kann sich in Windeseile verbreiten und nicht alle, die es sehen werden, meinen es auch gut mit eurem Kind!
  2. Wenn das Kind einen Namen vergeben soll: Immer einen Nikname wählen, nicht den echten Namen. Und am besten einen Namen, der nicht erschließen lässt, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt! Also niemals: Sarah13_Berlin. Sondern, zum Beispiel: z3gt61x.
  3. Stellt das Profil außerdem so ein, dass nur Freunde eurem Kind Privatnachrichten schicken dürfen. Das geht ganz einfach in den Einstellungen unter „Privatsphäre und Sicherheit“.
  4. Wenn ihr diese Dinge eingerichtet habt: Entdeckt mit euren Kids geneinsam die App. Dreht ein paar Videos, um zu verstehen, wie das Prinzip der App ist. Schaut euch Videos von anderen an, um ein Gefühl für das „Umfeld“ zu bekommen, in dem sich euer Teenie-Kind nun digital bewegt.
  5. Wenn alles eingerichtet und ausprobiert ist, wollen die Kids natürlich sofort starten. Überlegt euch aber zuerst mit dem Kind Regeln. Was darf gefilmt werden, was nicht? Stichwort: Keine freizügigen Videos, oder keine Videos, die eure privaten Räume zeigen, falls euch das wichtig ist, oder oder oder … Legt die Regeln gemeinsam fest!
  6. TikTok ist natürlich eine Form der Selbstdarstellung, was aber nicht zwingend heißt, dass die Kids immer zu sehen sein müssen. Es gibt auch eine Menge Möglichkeiten, die Musikvideos mit anderen Dingen zu drehen. Kann auch echt witzig mit Haustieren sein!!
  7. Fragt nach und lasst euch die Videos regelmäßig zeigen, die euer Kind dreht. Das ist ganz wichtig. Ich schau mir regelmäßig an, was meine große Tochter filmt. So musste ich auch noch nie ein Video „verbieten“. Aber das kommt eben auch immer auf die Kids an.
  8. Sprecht mit euren Kids regelmäßig über die App, weil ihr im Zweifel auch Nutzer blockieren könnt, in dem das Profil der betreffenden Person aufgerufen wird, dann findet ihr oben rechts drei Pünktchen und die Auswahl-Funktion. Sollte euer Kind aber nur mit Freunden befreundet sein, wovon wir jetzt mal ausgehen, werdet ihr die Blockier-Funktion bestenfalls gar nicht benötigen.
  9. Ein Sache noch, die auch dafür spricht, dass eure Kids ein privates Profil haben sollten: Es geht um die Verletzung von Urheberrechten. Viele Songs, Filmszenen oder eingespielte Zitate sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nach deutschem Recht natürlich nicht einfach so verwendet werden. Wenn die Kids Tiktok nur Privat nutzen, dürfte das keine Probleme darstellen.
  10. Schaut regelmäßig selbst in die App, um zu erfahren, ob es Neuerungen, Updates oder Ähnliches gibt. Ihr solltet auf dem Laufenden bleiben, nur so könnt ihr eure Kinder digital begleiten.

Mein Fazit also: TikTok löschen ODER nur privat nutzen, sehr vorsichtig sein und immer im Dialog mit dem Kind bleiben!

Tipp: Auch Anna von Berlinmittemom.com hat ein Teeniemädchen. Ihre Kinder haben – bis auf die Kleinste – alle schon ein Handy. Seit Jahren schon ist Medienerziehung in der Familie ein Thema, der richtige Umgang mit digitalen Medien wird diskutiert und gelebt. Am Ende geht es immer um Regeln, und die hat die Familie festgelegt – bis zu dem Tag, an dem Soziale Netzwerke für das Teenie-Mädchen relevant wurden. Und dann war schnell klar: Es braucht zusätzliche Regeln, neue, andere – abgestimmt auf die Apps, die die Kids nutzen. Anna hat sie sich zusammen mit ihrer Tochter mit den Apps beschäftigt. Herausgekommen sind wirklich sinnvolle Social Media- und Instagram-Regeln, die ihr in ihrem Artikel „über selfies, authentizität und fame – unsere instagram-regeln für teenager“ nachlesen könnt.

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Ich finde diesen Beitrag sehr interessant, habe vieles gelernt, danke!

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